Jenseits der Schale

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Ostern: Gedanken von Pfarrer Martin Merdes, Enzberg

Was fällt Ihnen zu Ostern ein? Langes Wochenende, Ostereier, Familienfest... So wird landauf landab geantwortet. Dass Ostern ein christliches Hochfest ist, dass es den Kern der christlichen Auferstehungshoffnung darstellt, ist vielen Menschen nicht mehr geläufig. Dennoch gaben bei einer Stern-Umfrage im Jahr 2007 über 80 Prozent der Befragten die richtige Antwort: An Ostern wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.

Martin Merdes findet, dass das Ei an Ostern ein ganz wichtiges Symbol ist. Foto: Huber

Martin Merdes findet, dass das Ei an Ostern ein ganz wichtiges Symbol ist. Foto: Huber

Doch woher kommt dann das Osterei? Das Ei, ein Teil des alltäglichen Lebens. Das Ei, eine Quelle des Lebens, weil alles Leben aus der Eizelle stammt. Aber das Ei ist nicht nur ein alltägliches, vertrautes Ding. Es kann auch ein Zeichen sein, ein Symbol für etwas anderes. Ich möchte drei Dinge nennen, für die das Ei als Symbol steht. Erstens für den geheimnisvollen Zusammenhang von Stabilität und Zerbrechlichkeit. Dass ein rohes Ei zerbrechlich ist, wissen wir. Zugleich aber ist ein Ei auch eine sehr stabile Sache. Die Eiform verleiht der dünnen Schale den höchstmöglichen Widerstand gegen Druck von außen. Wäre es anders, würde jedes Ei beim Ausbrüten schon zerdrückt. Also: Zerbrechlich und stabil zugleich ist ein Ei. Der Glaube fällt mir ein, er ist auch mal sehr stabil, da meint man, es kann kommen, was will, ich halte an meinem Glauben fest. Und dann erlebt man, wie schon Kleinigkeiten ihn in tiefe Zweifel stürzen können. Das, was wir immer für einen Gegensatz halten: es ist oft gemeinsam da, auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden.

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