Irakische Frauen lernen die deutsche Sprache
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Pforzheimer Familienzentrum organisiert Kursangebot
Pforzheim (pm). Einen kräftigen Impuls zur besseren Integration bleibeberechtigter Frauen aus dem Irak verspricht sich das Regierungspräsidium Karlsruhe von einem Vertrag, den Regierungspräsidentin Nicolette Kressl in diesen Tagen mit dem Familienzentrum in der Au in Pforzheim geschlossen hat. Das Familienzentrum in der Au und vier weitere Familienzentren in Pforzheim werden beauftragt, fünf Integrationssprachkurse für jeweils acht bis zwölf irakische Frauen yezidischen Glaubens in diesem Jahr durchzuführen. Die Besonderheit dabei: Das Angebot richtet sich an Analphabetinnen. „Sprache ist Grundlage von Bildung und Teilhabe. Mit den Kursen bieten wir Frauen mit ganz besonders schwierigen Lebenssituationen die Chance, sich durch das Erlernen des Lesens und Schreibens in deutscher Sprache die Grundlage für ein selbstbestimmtes und gutes Leben in unserem Land zu verschaffen“, betonte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. Integrationsministerin Bilkay Öney lobte die Initiative: „Das Projekt ist ein Beitrag, um Startchancen und Bildungsteilhabe für Menschen zu ermöglichen, die in Baden-Württemberg eine neue Heimat gefunden haben. Wir wollen die Frauen in ihrer Motivation unterstützen, sich in ihrem neuen Umfeld eine dauerhafte Lebensgrundlage aufzubauen.“
Die Grundlagenkurse richten sich in erster Linie an Analphabetinnen, die motiviert und befähigt werden sollen, nach Abschluss dieses Kurses an einem regulären Alphabetisierungskurs oder bei Vorliegen entsprechender Fähigkeiten an einem weiterführenden Integrationskurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) teilnehmen zu können. Die Sprachkurse ermöglichen es den Frauen, sich im Alltagsleben der Aufnahmegesellschaft orientieren zu können. Die teilnehmenden Frauen seien teilweise traumatisiert, erziehen viele Kinder oder sehr kleine Kinder nach Schwangerschaften im jugendlichen Alter, tragen sich mit dem Gedanken an eine Scheidung oder stehen anderweitigen großen Anpassungsschwierigkeiten gegenüber, so das RP in einer Mitteilung. Regierungspräsidentin Nicolette Kressl: „Bevor sich diese Probleme in Resignation und Entmutigung verfestigen, möchten wir diese Frauen wirksam begleiten und ihnen Wege aufzeigen, ihr Leben in die Hand zu nehmen.“ Daher ist während des Kurses auch eine sozialpädagogische und psychologische Betreuung vorgesehen. Zudem werden die Unterrichtseinheiten mit einer flexiblen Kinderbetreuung durchgeführt. Diese Kinderbetreuung wird von zwei ehrenamtlichen Betreuerinnen pro Kurs geleistet. Insgesamt fließen in die Bildungsmaßnahmen 38300 Euro aus den Mitteln der Baden-Württemberg-Stiftung gGmbH. Das Regierungspräsidium habe sich für das Familienzentrum in der Au in Pforzheim als Durchführungspartner entschieden, weil das Familienzentrum bereits über Erfahrungen in der Arbeit mit der Zielgruppe verfüge.
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