Industriepolitik im Zeichen des Hakenkreuzes
Archiv
Stadtarchivarin Marlis Lippik beschäftigt sich mit der Rolle des Enzberger Bürgermeisters Adolf Schickle in der NS-Zeit
Mühlackers Stadtarchivarin Marlis Lippik hatte sich für einen Vortrag im Begleitprogramm der dieses Wochenende zu Ende gehenden Ausstellung „Ständig im W@ndel“ die Enzberger Industrialisierung explizit in der Nazi-Zeit vorgenommen, und demnach seien „Licht und Schatten“ dieser Ansiedlungen untrennbar mit dem Namen Adolf Schickle verbunden gewesen.
Tausende von Aktenseiten aus der Enzberger NS-Zeit hat Stadtarchivarin Marlis Lippik studiert, um ein Bild über Industrieansiedlungen in jener Zeit zeichnen zu können. Foto: Kollros
Mühlacker-Enzberg. Das muss schon ein seltsamer Zeitgenosse gewesen sein, der Enzberger Bürgermeister während der Nazi-Zeit, Adolf Schickle: Von den einen als „Führer“ oder gar „Hitler von Enzberg“ verschrien, von anderen wiederum gewürdigt ob seiner „unbestrittenen Verdienste“ für den Ort, wie unter anderem aus dem Nachruf seines Nachfolgers Erich Wahl zehn Jahre nach Kriegsende überliefert ist. Monatelang hat Stadtarchivarin Marlis Lippik Akten gewälzt, um zu weit mehr Erkenntnissen zu gelangen, als bislang eher oberflächlich bekannt war. Nach eigener Einschätzung sei letztlich „etwas Spannendes herausgekommen“. Bei seiner Ansiedlungspolitik sei Schickle eher „verbohrt“ vorgegangen und habe sich dabei – sicher sehr beeinflusst von der politischen Großwetterlage – tatsächlich aufgespielt wie ein „Hitler von Enzberg“.
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