In bedrohter Gesellschaft
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Enzkreis (fl). Mit dem Klatschmohn hat die Stiftung von Loki Schmidt, der verstorbenen Ehefrau des Altkanzlers Helmut Schmidt, eine der wenigen Pflanzen zur Blume des Jahres gewählt, die fast jeder kennt. Im Enzkreis wie auf dem Foto bei Knittlingen sind die schönen roten Blüten des Klatschmohns noch regelmäßig zu sehen. Vor allem auf den kargen und nährstoffarmen Böden des Heckengäu, aber auch im Kraichgau und bei Knittlingen oder Maulbronn ist sie häufig zu finden. Bedroht ist der Klatschmohn aber ohnehin kaum irgendwo in Deutschland. Gewählt wurde die Blume dann auch nicht, weil sie selbst gefährdet wäre, sondern um auf das Schicksal ihrer Nachbarn, der Ackerwildkräuter, aufmerksam zu machen. Der Klatschmohn ist nämlich neben der Kornblume der bekannteste Vertreter dieser artenreichen, vom Aussterben bedrohten Pflanzengesellschaft. Einst häufige Arten wie die Kornrade oder das Adonisröschen sind heute vielerorts verschwunden. Und mit ihnen verschwinden nicht nur hübsche Blumen, mit ihnen geht auch wertvolle Nahrung für Wild- und Honigbienen, Schmetterlinge und andere Insekten verloren. So produziert eine einzelne Klatschmohn-Blüte um die 2,5 Millionen Pollenkörner.
In bedrohter Gesellschaft
Dass die aktuelle Blume des Jahres als fast einzige unter den vielen Ackerwildkräutern heute noch häufig vorkommt, liegt allein daran, dass sie nicht nur auf landwirtschaftlichen Nutzflächen gedeiht. Der Grund für die Bedrohung vieler Ackerwildpflanzen ist nämlich, so erläutert es die Loki Schmidt Stiftung, die intensive Landwirtschaft und ihr starker Einsatz von Pestiziden.
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