In Sekundenschnelle zum Trickfilmregisseur
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Workshops für Lehranwärter zeigen beim Medienkompetenztag im Landratsamt den Weg ins digitale Zeitalter
Enzkreis. Es dauert nur wenige Minuten und schon hat Thomas Hoehling sein soeben von Karl-Heinz Nagel erhaltenes Geschenk zu Filmstars gemacht. Das Glas Honig und die kleine Flasche Olivenöl machen einen Trickfilm-Spaziergang und treffen sich in der Mitte. So einfach ist es, Gegenständen das Laufen zu lehren. Man muss nur ein paar Mal auf den Auslöser drücken und das als Film aneinander fügen. Die angehenden Grundschullehrerinnen für den Schulamtsbezirk Pforzheim, Enzkreis und Calw staunen – und sind entzückt. Die Frauen, bei denen das Referendariat vor der Tür steht, haben aber nicht etwa vor, sich zu Regisseuren ausbilden zu lassen, sie lassen sich an diesem Medienkompetenztag zeigen, wie man mit Hilfe verschiedener Medien Lernstoff vermitteln und auch die Schüler darin „verwickeln“ kann. Denn die neuen Bildungspläne sehen so etwas bereits ab der ersten Klasse vor. Nichts leichter als das, vor allem beim Trickfilm, findet Thomas Hoehling, der ansonsten das Kreismedienzentrum in Mosbach leitet. Die ganze Klasse habe man so ruck, zuck im Boot. „Und das muss nicht kompliziert sein“, ermuntert er die Teilnehmerinnen seines Workshops. Einfach ein Foto aufgestellt, mit Basteleien eine Geschichte aufgebaut und Sprechblasen kann man ausschneiden. „Die aber am besten 20-mal fotografieren, sonst kann man es nicht lesen“, rät er.
Die angehenden Grundschullehrerinnen werden zu Trickfilm-Regisseurinnen. Foto: Roth
An diesem Medienkompetenztag war eine Gruppe mit dem Leiter des Enzkreis-Medienzentrums, Karl-Heinz Nagel, auch im Wildpark und hat dort fotografiert, gefilmt, Stimmen aufgenommen und vieles mehr. „Das kann man dann zu einem Gesamtwerk verknüpfen. Referate vortragen, gehört inzwischen zur Steinzeit“, so Nagel. Die Schüler sollen stattdessen lernen, Präsentationen zu erstellen. „Das müssen sie später im Berufsleben ja auch“, sagt Verwaltungsleiterin Jutta Pleick-Ott. Und die 60 Teilnehmer – mehrheitlich sind es Teilnehmerinnen – die an diesem Tag nur für den Bereich Grundschule zusammenkommen, sollen befähigt werden, mit ihren Schülern auf unkomplizierte Art Medien und Mediengeräte als Werkzeug zu benutzen. Dabei geht es nicht um Bespaßung, aber schon um Lernen mit Spaß, mit anderen Mitteln eben. „Zum einen bringt man die Schüler dazu, dass sie selbst aktiver werden. Aber es geht auch um Teamwork“, sagt Jutta Pleick-Ott. Thomas Hoehling gibt in seinem Workshop ein Beispiel: Eine Lehrerin habe mit ihren Schülern die Verdauung als Thema gehabt, die Organe ausschneiden lassen, dann mit einem Trickfilm dargestellt, wie die Nahrung durch den Körper wandert.
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