Immer ein Bonbon in der Tasche

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Weitere Leserin aus Ötisheim erinnert sich an Theodor Slepoj

Ötisheim/Mühlacker. Die Nazis haben seinem Leben ein Ende bereitet, doch auch 72 Jahre, nachdem der Mühlacker Fabrikant Theodor Slepoj an den Leiden in Auschwitz gestorben ist, ist er noch etlichen Menschen in Ötisheim, wo er lebte, ein Begriff. Davon zeugt ein weiterer Anruf, der unsere Redaktion erreicht hat. „Herr Slepoj ist mir sehr gut in Erinnerung“, sagt Lore Laeseke. Als jüngstes von fünf Kindern des Schul-Hausmeisterehepaars Heugel sei sie 1932 in der Schule geboren worden und in der Hausmeisterwohnung aufgewachsen – in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem aus der Ukraine stammenden Unternehmer, der an der Schönenberger Straße wohnte. „Ich sehe ihn noch deutlich vor mir, wie er dastand mit seiner Zigarre im Mund“, berichtet die Ötisheimerin.

Im Wortsinn süße Erinnerungen verbinde sie mit dem Nachbarn. Der sei regelmäßig an den Samstagabenden zum Baden ins Schulhaus gekommen. „Dort gab es vier Wannenbäder, die freitags von Frauen, samstags von Männern genutzt werden durften. Und samstags erschien unter anderen immer Herr Slepoj, öffnete für mich seine Tasche, und ich durfte mir ein Bonbon herausnehmen“, blickt Lore Laeseke zurück. In einer Zeit, da selbst ein solch kleiner Luxus die absolute Ausnahme war, habe sie die Geste besonders zu schätzen gewusst.

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