Im fernen Land, vom Tod bedroht
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Ein 70 Jahre altes Muttertagsgedicht erinnert an das tragische Schicksal eines jungen Dürrmenzers
Blumen, ein paar Zeilen, ein selbstgemaltes Bild: Viele Geschenke werden morgen den Besitzer wechseln. Ob sie aber so lange aufbewahrt werden wie das Muttertagsgedicht, das ein Dürrmenzer vor 70 Jahren an seine Mutter schickte? Sein kleines Geschenk wurde zum Zeugnis einer großen Tragödie.
70 Jahre alt ist dieses Muttertagsgedicht des Dürrmenzers Karl Gantter. Das Original trug die Adressatin nach dem frühen Tod des Sohnes immer bei sich. Rasch war das Papier derart abgegriffen, dass Karls Schwester Grete die Zeilen im Jahr 1949 abschrieb und so für die Nachwelt bewahrte.
Mühlacker. „Und stehen wir jetzt auch im fernen Land, wo uns nicht mehr erreicht der Mutter Hand, wo es auf Tod und Leben geht ...“: Die Passage aus dem zum Muttertag 1944 geschriebenen Gedicht berührt Grete Wirth noch heute, und jede Nachrichtensendung, die derzeit über den Fernsehbildschirm flimmert, ruft in ihr die Erinnerung aufs Neue wach. Schließlich war das ferne Land, aus dem die gereimten Grüße ihres Bruders Karl Gantter nach Dürrmenz geschickt wurden, die Krim, an deren Zugehörigkeit sich erst kürzlich ein schwerer Konflikt entzündet hat.
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