Im Akkord schuften für Discounterpreise
Archiv
Müller-Fleisch hat nach wochenlanger Negativpresse seine Tore für regionale Medienvertreter geöffnet und Grillfleisch für die Besucher aufgelegt. Mit Informationen, wie es langfristig mit den Folgen des Virus-Ausbruchs umgeht, geizt das Unternehmen aber weiter.
Enzkreis. „Gut Ponholz – So schmeckt die Heimat“, prangt als Markenname und Slogan auf der bunt bedruckten, sonst transparenten Folie, die eine Plastikschale mit 500 Gramm Rinderhackfleisch luftdicht abschließt. In dieser Woche für 2,39 Euro – „27 Prozent weniger“ – hat eine deutsche Discounter-Kette die Schale mit dem Hack im Angebot, ist einer Postwurfsendung zu Hause zu entnehmen, zerlegt und verarbeitet in 75217 Birkenfeld, wie es auf der Folie weiter heißt.
Akkordarbeit in der Kälte: Hackfleischschalen, die später beim Discounter ins Kühlregal einsortiert werden, verlassen das Fließband in der Produktion von Müller-Fleisch in Birkenfeld.
Dort, unter dem fahlen Schein der Neonröhren und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, schichtet gerade ein Arbeiter im grauer Arbeitskleidung mit scheuem Blick und sonst verborgen hinter dem nach Beginn des Corona-Ausbruchs auf Anordnung der Behörden vorgeschriebenen Mundschutz, die Plastikschalen flink im Sekundentakt in Kisten. Sie wachsen ihm im Hintergrund bereits wie Türme über den Kopf. Ein streng blickender Mann mit Gehstock und in weißer Kleidung mit Müller-Logo scheint gerade nach dem Rechten zu sehen.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen