Ihre Texte schlagen dem Alter ein Schnippchen
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„Ulla Meinecke Band“ tritt vor rund 60 Zuschauern im Kulturhaus Osterfeld auf
Pforzheim. Manche wissen eben nicht, was gut ist. Doch die wenigen Musikfreunde, die am Donnerstagabend in den Großen Saal des Kulturhauses kommen (der angesichts der 60 Interessierten verkleinert wird), wissen es offenbar sehr gut. Von der Idee, sich einzeln vorzustellen, sieht Ulla Meinecke dann doch wieder ab – und da schimmert er bereits durch, der feine Humor, der sich vom Leben nicht unterkriegen lässt. „Mama“ Ulla schaut sogar noch, dass die „wie Zelte“ hochgezogenen Augenbrauen in der ersten Reihe wieder entspannt in den aufmerksamen Gesichtern sitzen. „Blendet es?“ Also bitte, lieber Techniker: Licht dimmen. Schon besser.
Meinecke. Foto: Roth
Ob es ein Zufall ist, dass sie dann ein Außenseiter-Gefühl im Lied ausbreitet? Man könnte auch das erste Lied mit der Zeile „Wenn zwei zueinander passen“ als Anspielung verstehen – aber ist es sicher nicht. Denn an diesem Abend verstehen sich mehr als zwei: Das Publikum als ein einziges konzentriertes Ohr, die Musiker auf der Bühne – Ulla Meinecke kommt mit ihren langjährigen musikalischen Wegbegleitern Ingo York und Reinmar Henschke – als ein eingespieltes Team, das sich die musikalischen Bälle zuspielt, dass es eine wahre Freude ist. Gitarrenakkorde, Pianisten-Sequenzen, alles eine Untermalung der hohen Kunst der Liedermacherin, die in den 80er Jahren eine der erfolgreichsten Vertreterinnen des damals seltenen Genres „deutschsprachige Popmusik“ war und sich eine Seltenheit bewahrt hat in ihren kauzigen, ironischen, immer aber herzlich ehrlichen Texten.
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