Idee: Jugend bezieht den alten Bahnhof
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Mühlacker. 2003 feierte Mühlacker den 150. Geburtstag seines Bahnhofes. 1863 wurde der Bahnhof zum „Grenzbahnhof“ zweier Bahngesellschaften. Das heißt, eigentlich hatte Mühlacker dann für Jahrzehnte – 1920 gingen die Ländereisenbahnen in die Reichsbahn über – sogar gleich zwei Bahnhöfe: einen württembergischen und einen badischen. Damals, weiß der aus Lienzingen stammende Experte Matthias Lieb, Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland, seien sogar die Uhren unterschiedlich gegangen. Die Zeiten orientierten sich am Sonnenstand, und der war in Stuttgart anders als in Karlsruhe. Und da sich der württembergische Bahnhof in Mühlacker nach der Stuttgarter Zeit richtete, wo man drei Minuten früher dran war, und der badische Bahnhof von der Karlsruher Zeit ausging, gab es eben eine Differenz von just diesen drei Minuten. Noch etwas komplizierter wurde die Situation durch die Mühlacker Ortszeit, denn die wiederum lag in der Mitte, also eineinhalb Minuten von der „mittleren Bahnhofszeit“ abweichend.
Der alte badische Bahnhof.
Erst ab 1893, so Lieb, hätten die Uhren überall einheitlich getickt, weil durch ein Reichsgesetz die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) das Maß aller Uhren wurde. Ans Ziel kamen die Reisenden indes trotzdem: „In Mühlacker bestand bei fast allen Zügen der badischen Staatsbahn jeweils innerhalb weniger Minuten Anschluss zu und von den württembergischen Zügen nach beziehungsweise von Stuttgart“, schrieb Lieb in der Broschüre zum Mühlacker Bahnhofsjubiläum vor acht Jahren.
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