IG Metall ist in der Krise kampfbereit
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Gewerkschaft startet wegen drohender Stellenstreichungen und Einkommenskürzungen in der Region eine Kampagne.
Pforzheim/Enzkreis/Vaihingen (pm). Die IG Metall Pforzheim verzeichnet eine wachsende Zahl von Ankündigungen von Sparplänen und Stellenabbau. „Einige Arbeitgeber begreifen die Krise offenbar als Rückenwind für den Abbau von Beschäftigung und wollen dabei Arbeitnehmerrechte und Tarifverträge unterlaufen“, teilt die Gewerkschaft mit.
Für jeden Arbeitsplatz kämpfen – das ist das Ziel der IG Metall Pforzheim auch in der Krise. Foto: privat
Mahle Behr mit Standorten in Mühlacker und Vaihingen sei ein Unternehmen, das sich durch die Transformation in der Automobilindustrie mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sehe. „Aber die schon vor der Corona-Krise einsetzende Unterbeschäftigung ist auch ein Ergebnis unternehmensinterner Entscheidungen“, ist die Gewerkschaft überzeugt. Neu gewonnene Aufträge seien zulasten der Beschäftigten in der Region gegangen, die Produktion in Staaten mit niedrigeren Lohnkosten verlagert worden. „Aktuell ist der Betrieb in Kurzarbeit, jedoch wurden Hunderte befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Damit wurde den zum Großteil jungen Beschäftigten die Zukunftsperspektive geraubt“, kritisiert die IG Metall. Positiv zu bewerten sei, dass die Beschäftigungssicherung für die Stammbeschäftigten bis Ende des Jahres verlängert worden sei. Die Betriebsräte bei der Birkenfelder Firma Inovan stünden kurz vor dem Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans. Die Verlagerung werde in den nächsten Jahren auch hier zu Personalabbau führen, eine Schließung des Standorts in Stollberg werde es aber ebenso wenig geben wie mehr als hundert Entlassungen in Birkenfeld. Die Geschäftsleitung von WISI Communications mit Sitz in Niefern-Öschelbronn bestreite die Gültigkeit der Tarifbindung und enthalte ihren Beschäftigten bereits seit Juli 2019 die Auszahlung des tariflichen Zusatzgelds von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens sowie den Zusatzbetrag von 400 Euro vor. Die IG Metall klagt um die Rechte der Beschäftigten beim Arbeitsgericht in Pforzheim. Im Juli wird die nächste Einmalzahlung fällig. „Die Beschäftigten erwarten die Auszahlung aller Rückstände in diesem Jahr, anderenfalls wird die IG Metall auch weitere Aktionen zur Durchsetzung der Ansprüche starten.“
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