Hunderte demonstrieren friedlich

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Hauptrednerin Dekanin Quincke: kein Platz für menschenverachtende Gedanken in Pforzheim

Pforzheim. Gegen die Instrumentalisierung der Zerstörung von Pforzheim vor 69 Jahren durch die alljährliche Fackelmahnwache seitens eines rechtsextremen Bündnisses haben gestern Hunderte von Menschen in einem Demonstrationszug protestiert. Bei der Abschlusskundgebung am Ort des Abtransports jüdischer Verfolgter am alten Güterbahnhof hielt als Hauptrednerin die evangelische Dekanin Christiane Quincke eine Ansprache mit Tiefgang. Von Alpträumen über rechtsextreme Realitäten bis hin zu Traumvorstellungen reihte sie ihre Gedanken zu einem von Toleranz und friedlichem Miteinander geprägten Stadtgefüge in Pforzheim aneinander. Sie machte eingangs ihrer Rede auf das vergleichbare Gedankengut der Machthaber des Dritten Reichs und der Neonazis der Gegenwart aufmerksam, wonach es heute wie damals noch immer Menschen gebe, die „zwischen wertem und unwertem Leben unterscheiden“, die Ängste schürten mit Hass, Gewalt und brutaler Verachtung.

Demo gegen Rechts: Hunderte protestieren gegen Fackelmahnwache in Pforzheim.

Demo gegen Rechts: Hunderte protestieren gegen Fackelmahnwache in Pforzheim. Foto: Kollros

Von Pforzheim aus seien Menschen in die Todeslager des Deutschen Reichs deportiert worden, und als die deutsche Kriegsmaschinerie gegen die Welt zog, sei Pforzheim keine unschuldige Stadt gewesen. Nationalsozialistische Fahnen hätten auf zentralen Plätzen geweht und in den Fabriken seien Zeitzünder für den Krieg gefertigt worden. Dies habe zwar keine Bombardierung der Zivilbevölkerung gerechtfertigt, „aber es erklärt sie“. Seitens der Neonazis „oben auf dem Wartberg“ werde die Schuld des deutschen Volkes an Millionen Menschen ignoriert oder gar verleugnet. Und sie würden Angst und Hass gegen Menschen anderer Hautfarbe, Sprache oder Religion schüren, mahnte die Kirchenfrau. Rechtsextreme Gesinnung verbunden mit rassistischen Ressentiments unterstellte sie auch jenen Zeitgenossen, die etwa davon sprächen, dass von Flüchtlingsunterkünften Kriminalität ausgehe.

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