Hochwasser: Angst vor der nächsten Flut

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Heute vor fünf Jahren sind viele Bäche in der Region über die Ufer getreten – Zähes Ringen um besseren Schutz

Auf den Tag genau vor fünf Jahren, am 1.Juni 2013, ließ Dauerregen Bäche über die Ufer treten. Die Flut ebbte schnell wieder ab, zurück blieben Millionenschäden. Dieser Tag spülte auch das Thema „Hochwasserschutz“ nach oben auf die Agenda. Dort steht es immer noch, echte Schutzmaßnahmen lassen in vielen Kommunen auf sich warten.

Hochwasser: Angst vor der nächsten Flut

Fluten im Kanal lassen nicht nur auf dem Enztalradweg Gullydeckel tanzen. Archivfoto: Fotomoment

Enzkreis (red). Nicht nur die Flutopfer von damals sind ungeduldig, weil sie wissen, dass ein „Jahrhunderthochwasser“ sich schneller wiederholen kann, als der Begriff suggeriert. Mit jeder Unwetterwarnung wächst die Angst. Eine Angst, die Werner Henle, Bürgermeister in Ötisheim, nachempfinden kann. „Das hat fast jede Vorstellungskraft gesprengt“, erinnert er sich heute noch daran, wie beispielsweise in der Hinteren Gasse das Wasser 1,70 Meter hoch in den Häusern stand. „2016 hat es uns dann schon wieder getroffen“, sagt Henle. „Zwar nicht ganz so dramatisch, aber es hätte schlimmer kommen können.“ Betroffen war damals vor allem die Waldsiedlung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde bereits ein Fachbüro beauftragt, geeignete Maßnahmen für einen besseren Hochwasserschutz vorzuschlagen. Als besonders gefährdete Bereiche gelten das Wohngebiet Brühl am Erlenbach und das Gewerbegebiet Bruch, von wo aus das Wasser dann weiter in den Ortskern fließt. Mit Erdwällen will die Gemeinde Rückhalteflächen schaffen – und musste erfahren, wie schwierig es sein kann, von den zuständigen Ämtern grünes Licht für so einfache Maßnahmen zu bekommen. „Wir haben den Antrag Anfang 2017 gestellt, erst am vergangenen Freitag kam die Genehmigung“, ärgert sich Henle über das Schneckentempo. Und Fördergelder, so Henle weiter, würden auch nicht gerade sprudeln: „Vielleicht bekommen wir einen Zuschuss von 30 Prozent in Höhe der Kosten, die mit 120000 bis 150000 Euro kalkuliert waren.“

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