Heraus aus dem diabolischen Abseits

Archiv

„Annäherung an einen berühmten Unbekannten“: Günther Mahal legt neues Buch über Faust vor

Knittlingen/Maulbronn. Sein Denkmal steht vor dem Knittlinger Rathaus, sein Name verleiht der Stadt und ihren Bewohnern Identität, und sein Streben nach Wissen hat über Jahrhunderte hinweg Künstler und Dichter inspiriert. Doch geht es darum, abseits literarischer Verarbeitung und legendärer Verbrämung das Leben des historischen Johann Georg Faust nachzuzeichnen, dann offenbart sich eine sehr überschaubare Quellenlage. Dass Knittlingen, dass auch weit darüber hinaus die interessierte Öffentlichkeit mehr über den geheimnisvollen Sohn der Stadt erfahren hat, ist zu einem guten Teil dem langjährigen Leiter von Faust-Museum und -Archiv, Dr. Günther Mahal, zu verdanken, der eine Vielzahl seiner Veröffentlichungen dem mit Bezeichnungen von Alchemist bis Scharlatan Charakterisierten gewidmet hat. Nun legt der 1944 geborene Germanist mit „Johann Georg Faust – Annäherung an einen berühmten Unbekannten“ ein weiteres Buch zum Thema vor, das neue, spannende Facetten beleuchtet.

Neue Erkenntnisse können das Profil des historischen Faust – hier sein Denkmal vor dem Knittlinger Rathaus – weiter schärfen.

Neue Erkenntnisse können das Profil des historischen Faust – hier sein Denkmal vor dem Knittlinger Rathaus – weiter schärfen.

Neues von Faust? Allein diese Ankündigung könnte zu großen Worten in großen Lettern verführen. Doch Marktschreierei ist dem Autor fremd. Er formuliert wohlbedacht und mit der gebotenen Vorsicht, wenn er eine kürzlich entdeckte neue Quelle vorstellt, auswertet und die Schlüsse daraus zieht. Der Wahl-Maulbronner hat bereits im Jahr 1980 mit „Faust. Die Spuren eines geheimnisvollen Lebens“ neun zeitgenössische Zeugnisse präsentiert. Keine Biografie sei dabei entstanden, wie Mahal im Vorwort zu seinem aktuellen Buch betont, sondern Momentaufnahmen, die schlaglichtartig das Wesen und Wirken Fausts erhellen könnten. Etwas mehr Licht ins Dunkel bringt nun ein Zufallsfund, der Mahal bei seinen Recherchen zum vorausgegangenen Buch über den Rattenfänger von Hameln unverhofft geglückt ist. Diese Quelle und die daran anknüpfende Neudeutung bisher ausschließlich dem fiktionalen Bereich zugeschlagener Abenteuergeschichten führe, wie Mahal erläutert, letztlich dazu, dass sich die Zahl der Zeugnisse verdoppele.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen