„Hasste was, biste was“
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Ingo Appelt wartet mit Zoten und „schlimmen“ Wörtern auf
Pforzheim. Wenn der Mann jetzt tatsächlich zum Dienstleister mutieren und der Frau die in der Frauenzeitschrift gefeierten fünf Orgasmen bescheren soll, dann wird die Zeit aber langsam knapp. Der, der von dieser olympiareifen Akrobatik „sabbelt und sabbelt“ (Zitat), scheint den Lust-Akt am weiblichen Geschlecht dann doch hinauszuzögern. Vielleicht auch stellvertretend für alle des „Dauervorspiels“ müden männlichen Besucher. Jedenfalls verlässt Ingo Appelt erst nach drei Stunden Programm lachend die Bühne des großen Saals im Kulturhaus Osterfeld, und die Gäste im fast ausverkauften Saal haben eher nicht den Eindruck, dass er gehen will. Aber irgendwann ist mal Schluss, hat der Kabarettist mit der großen Klappe und dem Kasernenhofton doch alle Horden von giggelnden Frauen und sich gegenseitig anrülpsenden Männern imaginär durch den Saal getrieben.
Appelt: Spezialist unfeiner Töne. Foto: Roth
Der überflüssige Mann? Der, den Frau unter dem Motto „shoppen statt poppen“ bald nicht mal mehr zum Rasenmähen braucht (das übernimmt der Vibrator)? Der kann ja nur noch Dienstleister werden und nach dem Sex liegen bleiben, bis das Laken am Po klebt. Am Anfang der Beziehung war der Mann so süß? Hält ja keiner auf Dauer aus, so zu tun, als wäre er eine Frau. Und Lederkleidung mag er auch nur, weil es ihn an ein neues Auto erinnert. Ist halt so: lauter Deppen, die frustriert furzen, weil sie „nicht zum Schuss kommen“. Und ertragen müssen, dass ihr Objekt der Begierde Xavier Naidoo hört, „den Godfather der Eierstockvibration“.
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