„Gummibärchen-Bande“ ist erwachsen geworden

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Vier Jugendliche haben unzählige Einbrüche in der Region Mühlacker auf dem Kerbholz und richten vor allem hohen Sachschaden an

Enzkreis/Pforzheim. Die Zeit, sie eilt bekanntlich „im Sauseschritt“, da kann bisweilen die Justiz nicht mithalten. So kam es, dass am Dienstag vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Andreas Witulski vom Charakter her vier andere junge Leute saßen, als sie es vor drei und vier Jahren gewesen waren, als sie ihre (Schand-)Taten begangen hatten. Man nannte sie damals, in den Jahren 2008 und 2009, „die Gummibärchenbande“. Weil sie bei ihren zahlreichen Einbrüchen in Jugendhäuser, Vereinsheime, Indoor-Spielhallen und Gartenhütten immer bergeweise Süßigkeiten mitgehen hießen, gerne auch Bargeld, sofern vorhanden, auch mal eine Lampe oder andere brauchbare Gegenstände, die sich zu Geld machen ließen.

Damals waren sie alle in schwierigen Lebensumständen. Der Jüngste, René, zu Beginn seiner „Gummibärchen-Bande“-Karriere 17 Jahre alt, schwänzte die Schule, musste vom Gymnasium in die Realschule wechseln, die er dann auch nur sporadisch besuchte. Der Älteste, Adam, damals 20, hatte Schwierigkeiten mit den Eltern, war ausgezogen, arbeitslos und langweilte sich. Einbrüche waren eine willkommene Abwechslung. Tobias, 18 Jahre alt, hatte weder eine Lebensperspektive noch Halt im Elternhaus. Auch der gleichaltrige Till (Namen der Angeklagten geändert), der etwas später, nach seinen Schulprüfungen, zu den Freunden stieß, fand deren Treiben spannender als Unterrichtsstoffe. Insgesamt gestand René freiwillig bei der Polizei 321 Taten, wie der Sachbearbeiter gestern im Zeugenstand dem staunenden Gericht erklärte. Viele Geschädigte hatten keine Anzeige erstattet.

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