Grünzäsur ohne große Bedeutung

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Gutachten weist Bereich zwischen Mühlacker und Illingen keinen großen klimatischen Erhaltungs- und Entwicklungswert bei

Enzkreis/Pforzheim. Regionalplanerische Grünzäsuren waren schon immer so etwas wie Tabu-Bereiche, in die baulich nicht eingegriffen werden sollte. Da dies aber doch immer wieder mal geschieht, hat der Regionalverband die Bedeutung solcher Grünzäsuren exemplarisch im Verdichtungsraum Pforzheim/Mühlacker näher unter die Lupe nehmen lassen. Tatsächlich gibt es in der Wertigkeit Unterschiede. Grünzäsuren seien Naturzonen am Übergang des Siedlungsbereichs in die freie Natur, die speziell die abendliche und nächtliche Kaltluftzufuhr in die Kommunen fördern sollen, beschreibt Jost Nielinger, studierter Gutachter von dem auf Luftreinhaltung und Klimafragen spezialisierten Büro IMA in Gerlingen, die Funktion einer Grünzäsur. Auch trügen Grünzäsuren zum Wohlbefinden der Bevölkerung bei und hätten in der Regel eine höhere Bedeutung als sogenannte Grünzüge, wie sie in der Region zuhauf ausgewiesen sind, wie der Klimagutachter gestern in einem Pressegespräch erläuterte.

Landschaftsplaner Helmut Andrä vom Regionalverband (re.) deutet auf die laut einem Klimagutachter klimatisch bedeutungslose Grünzäsur im Osten von Mühlacker. Links: Umwelt-Dezernent Karl-Heinz Zeller. Foto: Kollros

Landschaftsplaner Helmut Andrä vom Regionalverband (re.) deutet auf die laut einem Klimagutachter klimatisch bedeutungslose Grünzäsur im Osten von Mühlacker. Links: Umwelt-Dezernent Karl-Heinz Zeller. Foto: Kollros

Rund ein Viertel der knapp über 40 Grünzäsuren, die es in der Region Nordschwarzwald gibt, hat der Fachmann konkret in Pforzheim und dem Enzkreis untersucht. Dabei ist er zu dem Ergebnis gelangt, dass ihr „klimatischer Erhaltungswert“, also die aktuelle Bedeutung der dadurch ermöglichten Belüftung benachbarter Siedlungsbereiche, zwischen „sehr hoch“ und „sehr gering“ beziehungsweise, in einem Fall, sogar „nicht vorhanden“ schwanke. Eine seiner weiteren Erkenntnisse: Die Bedeutung und Funktion dieser Gebiete sei kaum steigerungsfähig – mit einer Ausnahme: die Auenwiesen im Enztal zwischen Enzberg und Mühlacker. In „sehr hohem“ Maß erhaltenswert stufte Nielinger noch die Grünzäsuren zwischen Pforzheim und Würm sowie zwischen dem Sonnenberg und Büchenbronn ein.

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