„Griechenland braucht 180-Grad-Wende“

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Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum bezieht auf Einladung des CDU-Stadtverbands Stellung zur Hellas-Krise

„Griechenland – wie geht es weiter?“ Aktueller hätte die öffentliche Politikrunde des CDU-Stadtverbands nicht sein können: Während sich am Montagabend die Regierungschefs in Brüssel zu einem Sondergipfel trafen, informierte im Gasthaus Blume in Dürrmenz der Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum über die griechische Schuldenkrise und stellte sich der Diskussion.

Gunther Krichbaum, hier mit CDU-Stadtverbandsvorsitzender Kathrin Bossert-Fröhle (li.) und Stellvertreterin Nadine Petri, nimmt Stellung zur griechischen Schuldenkrise. Foto: Appich

Gunther Krichbaum, hier mit CDU-Stadtverbandsvorsitzender Kathrin Bossert-Fröhle (li.) und Stellvertreterin Nadine Petri, nimmt Stellung zur griechischen Schuldenkrise. Foto: Appich

Mühlacker. Wie sehr das brisante Thema die Bürger bewegt, zeigten der bis auf den letzten Platz belegte Saal und die rege Beteiligung an der Gesprächsrunde. „Der Ball liegt im Spielfeld von Griechenland“, sagte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, der einen weiten Bogen vom Beginn der „schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg“ bis in die Jetztzeit schlug. „2010 stand Griechenland quasi vor der Staatsinsolvenz.“ Die europäischen Partner spannten ihre Rettungsschirme auf, und zuletzt habe das Land einen Primärüberschuss erzielt. Laut Krichbaum sei dies „ein zartes Pflänzchen“, das nun wieder ausgerissen wurde. Die von der Vorgängerregierung in Athen angepackten Einsparungen in dem aufgeblähten öffentlichen Dienst – jeder zweite Angestellte war Staatsdiener – wurden rückgängig gemacht und Milliarden an Steuern nicht erhoben. Das Rentensystem sei das ineffizienteste weltweit, und Hilfsangebote zum Aufbau von Gesundheitswesen, Steuersystem und kommunaler Selbstverwaltung wurden nicht angenommen. „Die Regierung in Athen muss eine 180-Grad-Wende vollziehen“, forderte Krichbaum. Andere Krisenländer wie Irland, Portugal und Spanien hätten sich auch durch Strukturreformen stabilisiert. „Zum Retten gehören zwei, einer, der rettet, und einer, der sich retten lässt“, erklärte Krichbaum und forderte ein „Höchstmaß an der Verbindlichkeit“ der von den Griechen abgegebenen Reformversprechen.

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