Gretchen und Effi im Vergleich
Archiv
Knittlingen (pm). Goethes Margarete und Fontanes Effi – zwei völlig unterschiedliche Frauengestalten zweier legendärer Werke der deutschen Literaturgeschichte stehen am Sonntag, 15. Juli, um 16 Uhr im Fokus eines literaturwissenschaftlichen Vortrags im Faust-Archiv Knittlingen. Margarete als Sehnsuchtsziel Fausts, die ihm in ihrer Schlichtheit, ihrer Frömmigkeit, ihrer wohlgeordneten Ruhe so reizvoll erscheint, einerseits und Effi Briest, die junge Adlige, die an der Seite ihres Ehemanns, Baron von Innstetten, zu verkümmern droht und als Befreiungsschlag eine Affäre mit Major Crampas eingeht, scheinen nur über ihre vor- und außerehelichen Aktivitäten und dem Tod als Buße dafür vergleichbar zu sein. Tatsächlich aber bedienen sich Goethe und Fontane in der Gestaltung der beiden Frauenschicksale ähnlicher literarischer und ästhetischer Mittel. Beide Figuren sind sich dabei charakterlich so unähnlich wie möglich: hier Margarete, deren Wesen, Handeln, Denken und Fühlen direkt an den Werten und Normen der Gesellschaft und der Kirche gebildet sind, dort Effi Briest, die ganz nach dem Ideal lebt, das sie von sich selbst gebildet hat: wild, frei, ungebunden, ewiges Kind. Und doch ist bei genauer Lektüre des „Faust“ und des Romans „Effi Briest“ eine deutliche Parallele identifizierbar: Beide Frauen geraten in Konflikt mit der Gesellschaft und drohen, korrumpiert zu werden mittels eines Angriffs auf ihr Rückgrat. Wie beide sich auf ihre eigene Weise dem Angriff widersetzen, welche Folgen sie für ihr Tun zu tragen haben und wie Goethe und Fontane dies erzählerisch umsetzen, soll Thema des Vortrags sein.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 07043/9506922 oder 07043/951610.
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