Gott will uns nicht klein machen
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Buß- und Bettag: Gedanken von Diakon Michael Gutekunst
Buße war und ist ein sperriges Wort. Martin Luther hat es für seine Zeitgenossen aufgeschlossen und erklärt, „Buße tun heißt umkehren in die offenen Arme Gottes“, so notiert im Katechismus. Und weiter heißt es: „Dazu gehört, dass wir die Sünden herzlich erkennen, vor Gott und in gewissen Fällen auch vor Menschen bekennen, bereuen, hassen und lassen und im Glauben an Jesus Christus in einem neuen Leben wandeln.“
Bei vielen Abendmahlsfeiern sind wir als Christinnen und Christen eingeladen, unsere Schuld vor Gott zu bekennen. Eine Abendmahlsfeier ist mir besonders in Erinnerung geblieben, die wir in einem Familiengottesdienst feierten. Die Besonderheit war, dass zum ersten Mal auch Kinder am Abendmahl teilnehmen konnten. Intensiv hatten wir uns im Konf3, dem Konfirmandenunterricht, damit befasst, was Abendmahl bedeutet. Wir feierten mit Brot und Traubensaft, die Kinder waren als erste dran, dann war die Gemeinde eingeladen. Wie fast jeden Sonntag war er da – ein älterer Herr, gepflegte Erscheinung, aber mit einem Gesichtsausdruck, auf dem sich kein Gefühl spiegelte. Er saß mit direktem Blick auf den Altar und das, was dort geschieht. Als die Kinder nach dem Abendmahl auf ihre Plätze gingen, sah ich, wie sich in diesem Gesicht etwas verändert hatte: Ein leichtes Strahlen lag in des Mannes Augen. Er kam zum Abendmahl, und als ich ihm das Brot in die Hand legte, spürte ich, wie diese leicht zitterte, ebenso wie die Stimme, die ein leises „Danke“ sagte.
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