„Göttliche“ Katzen mussten elend leiden

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Enzkreis/Pforzheim. Das gepflegte Äußere und der glänzende Kunstfellmantel der 55-jährigen Angeklagten standen in krassem Gegensatz zu den Fotos, die im Amtsgericht Pforzheim vor Richter Fabian Krüger gesichtet wurden. 26 Katzen, die ihrer edlen Rasse wegen die „Namen von Göttern“ trugen, aber dem Vernehmen nach einen eher erbärmlichen Eindruck machten. Von stark verfilztem Fell mit „Plattenbildung“ – ein Kater konnte deshalb seinen Schwanz nur noch hinterherschleifen – sowie von Unterernährung, Polypen und vereiterten Wunden über eine Entzündung der Maulschleimhaut bei allen Katzen bis zu einem knöchernen Kehlkopf, Fehlstellungen bei drei Unterkiefern und Schleimabsonderungen aus Nase und Augen: Die Liste war lang. Nach Angaben einer Tierärztin, die die Tiere nach ihrer Beschlagnahmung aus einer Wohnung im Enzkreis einen Tag später untersuchte, war „keines der Tiere ganz gesund“. Zwei von ihnen waren so schwer erkrankt, dass man sie von ihrem Leiden erlösen musste.

Gericht und Staatsanwaltschaft erschloss sich nicht, wieso die Frau, die ehemals als Kürschnermeisterin gearbeitet hatte und seit ein paar Jahren Hartz IV bezog, ihre angeblich so edlen Katzen hatte vernachlässigen und laut Tierärztin extrem leiden lassen können. „Da muss man die Augen zumachen, um das nicht zu sehen.“ Auch ein Laie, so die Gutachterin aus Freiburg, hätte sehen müssen, dass es den Tieren nicht gutgehe. Der Vertreter des Veterinäramtes zeigte sich entsetzt. Er habe selten etwas Schlimmeres gesehen. Ein paar der Katzen hätten auf dem Sofa gelegen, teils mit heraushängender Zunge, und hätten sich gar nicht mehr bewegt.

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