Glaubensfragen in stürmischen Zeiten
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Die Maulbronner Moschee steht Besuchern seit Jahren offen, trotzdem schlägt den Muslimen vereinzelt Misstrauen entgegen
Der Türkisch-Islamische Kulturverein Maulbronn leistet seit Jahren Aufklärungsarbeit und stellt sich kritischen Fragen. Auch im derzeitigen Reizklima halten die Muslime an ihrem Weg fest.
Yilmaz Cebeci, Sprecher der Moscheegemeinde in Maulbronn (li.) steht einer Gruppe von Konfirmanden im islamischen Gotteshaus im Gewerbegebiet „Talweg“ Rede und Antwort. Auch der Imam, der Vorbeter, nimmt sich Zeit für die kleine Besuchergruppe. Bevor die Gäste den Gebetsraum betreten, ziehen sie ihre Schuhe aus. Für die Muslime hängen Gebetsketten auf einer Stange bereit.
Maulbronn. Eine Episode, die sich kürzlich im Maulbronner Gemeinderat abgespielt hat, zeigt, wie groß das Misstrauen gegenüber Muslimen in Teilen der Gesellschaft inzwischen ist. Die Nachrichtenlage schürt Vorurteile, die Diskussion um Islamismus in der Welt und in Deutschland reißt nicht ab. In diesen Zeiten haben es auch die Muslime in Maulbronn nicht leicht. Sie hatten vor Wochen eine Fahne ihres Dachverbands DITIB gehisst, an der sich ein Stadtrat störte. Ihm war die Flagge mit ihren „Hieroglyphen“ suspekt, er brachte das Tuch indirekt in einen Zusammenhang mit radikalen Strömungen des Islam. Bürgermeister Andreas Felchle, der die Flagge zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht gesehen hatte, sagte: „Ich werde bei unseren Freunden nachfragen, was da draufsteht.“ Unsere Zeitung sorgte im Anschluss an die Gemeinderatssitzung für Aufklärung. Auf der roten Flagge ist das Kürzel DITIB des Dachverbands der muslimischen Gemeinde zu lesen, und auf Deutsch wird dann noch ausformuliert, was sich hinter den fünf Buchstaben verbirgt: „Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion.“
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