Giftgas-Angriff mit Material aus Vaihinger Firma

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Unternehmen reagiert entsetzt und geht an die Öffentlichkeit

Vaihingen/Damaskus (dpa/md). Die Firma Krempel aus dem Vaihinger Stadtteil Enzweihingen zeigt sich „entsetzt“ über Bilder von mutmaßlichen Giftgas-Raketen der syrischen Armee, die auch mit Material des Unternehmens gebaut worden sein sollen. Man könne sich nicht erklären, wie dieses Produkt nach Syrien gelangt sei, erklärte ein Sprecher der Firma aus Vaihingen in diesen Tagen.

Nach Recherchen der investigativen Internetplattform Bellingcat und der Organisation Syrians for Truth and Justice (STJ) wurden in den vergangenen Wochen mindestens zweimal Raketen mit Chlorgas auf ein Rebellengebiet östlich der Hauptstadt Damaskus abgeschossen. In den Überresten der Raketen sind laut Bellingcat Produkte des deutschen Herstellers entdeckt worden. Bilder zeigen ein Bauteil mit dem Logo des Unternehmens und der Aufschrift „Made in Germany“. Ein Krempel-Sprecher erklärte, es handele sich um Pressspan, ein Material, das zur Isolierung in Elektromotoren eingebaut werde. Die Firma liefert es demnach auch zum Weiterverkauf in kleineren Mengen an örtliche Händler im Iran. In diesem Fall sei wohl eine Scheibe ausgeschnitten und dann in die Rakete eingebaut worden, sagte der Sprecher. Krempel habe die aktuelle Lieferung in den Iran gestoppt und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingeschaltet. Nach der Medienberichterstattung über das deutsche Bauteil in den Raketen standen die Telefone bei Krempel nicht mehr still. Die Firma reagierte und beraumte kurzfristig eine Pressekonferenz ein, um zu der Entdeckung Stellung zu nehmen.

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