Gesang zwingt zum bedingungslosen Zuhören
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Das Ensemble Ordo Virtutum nimmt das beeindruckte Publikum im Maulbronner Kloster mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter
Maulbronn. „Fragmentum – Der verlorene Klang. Musik aus württembergischen Klöstern“ war der vorletzte Konzertabend in der Reihe der diesjährigen Klosterkonzerte überschrieben. Fragmentum? Bedeutet dies nicht „Bruchstücke“? Das klang offenbar nicht so sehr einladend. Denn etliche Reihen in der Klosterkirche blieben unbesetzt. Doch für die, die sich darauf eingelassen hatten, wurden diese Konzertstunden zu einem wunderbaren Klangerlebnis, zelebriert im Kloster Maulbronn. Das Publikum konnte einfach die Augen schließen und sich dann von den sechs Stimmen dort vor dem Altar um Jahrhunderte zurück tragen lassen, zurück in eine Zeit, in der die Mönche in bitterer Kälte noch in der Nacht aufstehen mussten, um pünktlich ihre ersten vorgeschriebenen Stundengebete zu verrichten, nur mit ihrer Kutte bekleidet. Ohne warme Decken, mit denen sich bereits etliche Besucher vor der Kälte in der Kirche geschützt hatten.
Das Ensemble Ordo Virtutum beim Konzert in der Klosterkirche. Foto: Fotomoment
Das Ensemble Ordo Virtutum steht für die originalgetreue Wiedergabe der kirchlichen Musik des Mittelalters. Hubert Mayer, Johannes Mayer, Simon McHale, Stefan Johannes Morent, Jörg Rieger und Csongor Szántó gelang es mit ihren voluminösen Stimmen, den Kirchenraum mit seiner ganz besonderen Akustik zu füllen. Der Gründer des Ensembles ist Stefan Johannes Morent, Professor der Musikwissenschaften. Er hat sich dem Ziel verschrieben, mit wissenschaftlicher Akribie neue Quellen der mittelalterlichen Musik zu erschließen und sie zu verbreiten. Die musikalische Reise führte durch die Klöster Maulbronn, Alpirsbach, Hirsau, Bebenhausen und Salem. Tiefe Stille lag über dem Kirchenraum. Der Mönchsgesang zwang zum bedingungslosen Zuhören.
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