Geldgier oder Auftritt eines „Racheengels“?

Archiv

Notar fällt durch hohe Gebühren auf

Pforzheim. Hat ein freier Notar aus Pforzheim tatsächlich weit überhöhte Gebühren erhoben, wie die Bezirksrevisorin im Zeugenstand aussagte? Oder trat die Frau auf als „Racheengel“, als die sie Verteidiger Michael Schilpp bezeichnete? Staatsanwalt Claus Stohrer wirft dem 55 Jahre alten Mann vor, er habe zwischen 2010 und Mai 2013 in 1950 Fällen exorbitante Gebühren erhoben und dadurch etwa 270000 Euro zuviel kassiert. Das Geld aus Einnahmen der Kanzlei floss auf ein Konto mit anderem Namen. Nur der Angeklagte hatte darüber die Verfügungsgewalt. In den letzten zwei Jahren war rund eine Million Euro davon abgehoben worden. Der Angeklagte ist jedoch, nach eigenen Angaben, mittellos. Aber er beschäftigt ein Team von drei Wahlverteidigern.

Wie die Revisorin erklärte, betragen die Betreuungsgebühren bei Immobiliengeschäften zehn bis 20 Prozent. Schon 30 Prozent seien bedenklich. Bei besonders schwieriger Sachlage seien auch einmal 50 Prozent angemessen, der Angeklagte habe aber in den angeführten 1950 Fällen immer 100 Prozent verlangt. Aufgefallen sei ihr, dass der Notar, sobald sich jemand über die hohen Gebühren beklagte, sofort ermäßigt habe. So zum Beispiel beim Direktor des Amtsgerichts Maulbronn oder bei einer Notariatsangestellten.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen