Gegenbeispiel

Archiv

Zu Leserbrief „Mit ganzer Kraft Arbeit suchen“ vom 24. September:

Sehr geehrter Herr Großhans, Ihren Leserbrief kann ich durchaus nachvollziehen. Allerdings ist er ziemlich einseitig und zudem unvollständig, wenn Sie die Allgemeinheit bemühen, die hier für alle Kosten aufzukommen hat. Hier das Gegenbeispiel: Es gibt selbstverständlich genauso Mitbürger, die 30 und mehr Jahre ununterbrochen gearbeitet haben, durch eine normale Betriebsschließung plötzlich arbeitslos und arbeitsuchend geworden sind. Da alle Maßnahmen und Eigeninitiativen nunmehr auch nach zehn Jahren keinerlei Früchte tragen und man dummerweise noch ein gewisses Alter, verbunden mit Arbeits- und Lebenserfahrung, vor sich herschieben darf, ohne dass auch noch ein Arbeitgeber Interesse daran hätte, ist der Betroffene seither dazu gezwungen, seine Ersparnisse für seinen Lebensabend aufzubrauchen – für alle Kosten der Lebenshaltung inklusive der Krankenversicherung. Auch das ist eine erstklassige Politik – und für wen wohl? Natürlich die ach so gebeutelte Allgemeinheit, der genau Sie, Herr Großhans, das Wort reden. Oder haben Sie vielleicht schon einmal solch eine Situation für sich selbst durchgespielt, oder besser gesagt, unter diesen Bedingungen gelebt – diese tägliche Erfahrung der Enteignung dessen, was Sie sich aufgrund Ihrer Arbeitsleistung erschaffen haben? Das bezweifele ich sehr stark.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen