Gans ungestört
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Reportagen rund um die Uhr: Donnerstag, 9.15 Uhr, am Reutsee in der Nähe von Zaisersweiher, wo dem ersten Anschein zum Trotz tierisch viel geboten ist und eine sechsköpfige Familie den Ton angibt.
Maulbronn-Zaisersweiher. Gibt es eine Welt außerhalb dieses sonnenbeschienenen Wasserspiegels und der ihn umrundenden Bäume? Je länger der Blick auf der sich leicht kräuselnden Oberfläche verharrt, je tiefer sich die Geräusche der Natur ins lärmgeschädigte Ohr vorarbeiten, je mehr frische, kühle Luft die Lungen füllt, umso größer wird die Versuchung, mit einem Nein zu antworten. Denn der Reutsee, irgendwo im Nirgendwo nahe Zaisersweiher gelegen, wirkt in seiner Abgeschiedenheit wie von der Zivilisation vergessen.
Vater, Mutter und vier Kinder beim entspannten Baden – so sieht Kinderbetreuung in Corona-Zeiten aus, wenn man eine Nilgans ist und das Homeoffice Reutsee heißt.
Dabei ist der Weiher durchaus ein Zeugnis dafür, dass der ihn heute spärlich aufsuchende Mensch seine Hände im Spiel gehabt hat. Tiere, Pflanzen und der eine oder andere Radfahrer, Spaziergänger, Gassigeher, Hobbyfotograf haben dieses Idyll den Zisterziensermönchen zu verdanken, die hier wie an vielen anderen Stellen Fischteiche anlegten. Und als die Meister der Baukunst ihr Werk längst von oben betrachteten und sich auf ihrer Wolke darum gesorgt haben mögen, dass es verlanden könnte, griffen in den 1960er Jahren weitsichtige Naturschützer ein und schufen ein saniertes Biotop.
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