Füttern im Winter ja – aber mit Verstand

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Naturschützer und Ornithologen sind sich uneins in Fragen zur Vogelfütterung – Auch hier kommt es auf die richtige Kost an

Enzkreis/Bretten. „Im Winter ja, aber im Frühling, Sommer und Herbst halte ich es für überflüssig“, sagt Hans-Otto Gässler. Der in Bretten wohnende Vorsitzende des Nabu-Kreisverbands Karlsruhe versorgt schon seit Jahren im Winter die Vögel in seinem Garten.

Füttern im Winter ja – aber mit Verstand

Hungrige Blaumeisen machen sich über die Knödel her. Foto: Lechner

Er betont, dass die Zahl der Menschen, die Vögel füttern, in den vergangenen Jahren ohnehin enorm gestiegen sei. Fast in jedem dritten Garten und selbst mitten im Wald hängen heute Meisenknödel, Futtersilos oder Futterhäuschen. Dabei füttern die meisten Menschen heute nicht mehr nur bei Schnee und Kälte, sondern auch, wenn der Winter so wie jetzt relativ mild ist. Der Ornithologe Peter Berthold fordert sogar, Vögel ganzjährig zu füttern. Das ist zwar längst nicht die Meinung aller Ornithologie-Professoren, da die meisten Medien aber nur den ehemaligen Leiter der Vogelschutzwarte Radolfzell zitieren oder interviewen, glauben inzwischen tatsächlich viele Menschen, sie müssten in ihren mit exotischen Ziergehölzen bepflanzten Steingärten eine ganzjährige Vogelfutterstelle einrichten und schon hätten sie bereits etwas gegen das Artensterben unternommen. „Das ist natürlich Blödsinn, die Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie beispielsweise die Feld- und Haubenlerchen oder das Rebhuhn, kommen an keine Vogelfutterstelle“, sagt Gässler und fügt hinzu: „Schaden kann eine winterliche Vogelfutterstelle aber auch nicht, zumal es vielen Menschen Freude bereitet, Vögel zu beobachten.“

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