Fuchs streunt durch Großglattbach
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Wildes Tier steht auf Schuhe und nähert sich den menschlichen Behausungen
Mühlacker-Grossglattbach. Rotes Fell, Schlitzohr und Schlaukopf: Die Rede ist vom Fuchs. Inzwischen wissen die Tiere auch die Vorzüge der Zivilisation immer mehr zu schätzen. Davon kann Daniel Deutschbein aus Großglattbach ein Lied singen. Schon mehrere Male konnte er zu später Stunde einen Fuchs beobachten, der neugierig durchs Fenster ins Hausinnere spähte. Der kleine Fuchs scheint sich wohl zu fühlen in der ländlichen Umgebung von Großglattbach. Ab 22 Uhr nachts drehe er seine Runden durch das Wohngebiet und statte den Anwohnern Besuche ab, berichtet Deutschbein. Nach Lust und Laune spähe er dann durch die Fenster und beobachte das Treiben im Haus. „Immer wieder bemerke ich beim Fernsehschauen den kleinen Gast. Er schaut neugierig durchs Fenster. Doch wenn ich auf ihn zugehe, dann nimmt er lieber wieder Abstand“, erzählt Daniel Deutschbein von seinen Begegnungen.
Füchse wissen die Vorzüge der Zivilisation immer häufiger zu schätzen. Foto: Archiv Lechner
„Füchse sind eigentlich scheue Tiere“, erklärt Revierförster Marco Heinrich. Dennoch seien die Besuche in Großglattbach keine Einzelfälle. „Auf der Suche nach Nahrung begibt sich ein Fuchs auch schon mal in bewohnte Gegenden. Gerade Komposthaufen, Mülleimer oder auch Katzenfutter sind wie ein Magnet für freilebende Füchse“, so Heinrich. Doch ans Futter hat sich der Streuner aus Großglattbach bisher nicht gemacht. Deutschbein erklärt sich die Besuche in seinem Garten anders: „Die Gegend hier ist sehr ruhig. Unsere Straße ist auch eine Sackgasse, direkt dahinter beginnen die Äcker. Vielleicht fühlt er sich einfach wohl bei uns.“ Das kann man wohl so sagen, denn ab und an bedient sich das Schlitzohr am reichhaltigen Angebot seiner neuen Freunde. Aber es ist nicht der Müll, den der Fuchs plündert. Offenbar sind Schuhe seine große Leidenschaft. „Als ich eines Morgens mit meinem Hund spazieren ging, entdeckte ich einen meiner Schuhe auf dem Spielplatz. Dann habe ich erfahren, dass unser kleiner Freund auch in der Nachbarschaft schon Schuhe stibitzt hat“, erzählt Deutschbein. Förster Heinrich erklärt sich die Vorliebe des Fuchses zu Schuhen so: „Wahrscheinlich ist es die Schuhcreme oder das Leder, das sein Interesse weckt.“
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