Frevel
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Zu verschiedenen Baumfällungen in Ölbronn:
Leider wurden drei Bäume in Ölbronn gefällt, die das Ortsbild wesentlich prägten. Natürlich wird nun erklärt, die Bäume seien krank gewesen, aber nur die Linde am Schafhaus hatte in der Mitte ein kleines Loch. Ein Baumexperte erklärte mir, dass dies für die Standfestigkeit eines Baumes keine Bedeutung habe, es komme vielmehr auf die Substanz zwischen Loch und Rinde an, und diese war bei der Linde sehr dicht und gesund. Die anderen beiden Bäume hatten sogar eine geschlossene Baumscheibe. Die „Sängerlinde“ wurde mit Gesang und Musik feierlich gepflanzt und mit Gedenktafel eingeweiht. Sie war zunächst schwach, kämpfte sich aber wacker durch. Auf dem ohnehin baumarmen Friedhof einen gesunden Baum zu fällen, der Lothar und alle Stürme überstanden hatte, ist für mich ein Frevel. Er hätte die Gräber wohl nicht gefährdet (oder fürchtete man mehr, er könne auf den Parkplatz fallen?). Hat ein Baum nicht auch ein Recht auf seinen angestammten Platz, zumal wenn keine Gefährdung von ihm ausgeht? Mit dem Totschlagargument, jeder Baum sei eine potenzielle Gefahr, kann man vollends alles abholzen – nur: „Wer wollte leben ohne den Trost der Bäume?“ (Günther Eich).
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