Freiwillige Kleinarbeit im Keller

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Ehrenamtliche Helfer unterstützen Profis bei den Recherchen für die neue Lienzinger Ortschronik

Mühlacker-Lienzingen. Wer hätte das gedacht: Bereits im 19. Jahrhundert gab es hierzulande eine Verordnung, nach der es verboten war, Kinderspielzeug mit giftiger Farbe zu streichen. Unter anderem darauf sind Sofia Jänisch, Gerlinde Dauner und Edith Schulz bei ihren Nachforschungen für die neue Lienzinger Ortschronik gestoßen. Regelmäßig sichten sie zu dritt, im Duo oder alleine historische Zeitungen und in Sütterlin verfasste Schriften. Anno 766 wurde das Dorf am Zusammenfluss von Schmie- und Scherbenbach im Codex des Klosters Lorsch erstmals urkundlich erwähnt und pünktlich zur 1250-Jahrfeier soll die neue Chronik erscheinen. Dafür hat sich ein Kreis von rund 20 Ehrenamtlichen gefunden, der die Stadtarchivarin Marlis Lippik und die Historiker Konrad Dussel und Andreas Butz bei ihren Recherchen unterstützt.

Die Mühlacker Stadtarchivarin Marlis Lippik (li.) kann bei den Recherchen für die Lienzinger Ortschronik unter anderem auf die ehrenamtliche Hilfe von Sofia Jänisch bauen.

Die Mühlacker Stadtarchivarin Marlis Lippik (li.) kann bei den Recherchen für die Lienzinger Ortschronik unter anderem auf die ehrenamtliche Hilfe von Sofia Jänisch bauen.

Akribisch durchforstet Sofia Jänisch im Keller des Rathauses eine Ausgabe des Bürgerfreunds von 1890. Sie sucht im offiziellen Amtsblatt des Oberamts Maulbronn und in dessen Vaihinger Pendant nach interessanten Nachrichten. Selbst kleinste Anzeigen von Handwerkern oder Veröffentlichungen über Märkte, Viehauktionen oder Weinpreise können von Belang sein. Geben sie doch einen Einblick in die Entwicklung der Betriebe und der Kommunen. Über Lienzingen habe sie noch nicht allzu viel entdecken können, sagt sie. „Dafür wurde aber unheimlich viel über die Kaiser und Könige der damaligen Zeit geschrieben.“ Erstaunlich fortschrittlich fand Jänisch die offizielle Verlautbarung, die es untersagte, Kinderspielzeug mit giftiger Farbe zu behandeln. Währenddessen widmet sich die Stadtarchivarin dem Lienzinger Steuer- und Güterbuch von 1760. Auch Andreas Butz sei bei seinen Nachforschungen in den Staatsarchiven auf bisher Unbekanntes gestoßen, sagte Lippik. „Er fand ein Inventarverzeichnis der Frauenkirche aus der Reformationszeit, das bisher nicht ausgewertet wurde.“

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