Fraktionschefs wehren sich gegen Eiberger
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Illingens Bürgermeister eckt an. Schon jetzt wird der Wunsch nach starken Gegenkandidaten bei der Bürgermeisterwahl 2021 laut. Gemeinderäte wünschen sich bessere Kommunikation und werfen dem Bürgermeister Fake-News durch Zahlenjongliererei vor.
Illingen. Der Illinger Gemeinderat ist beileibe kein Hort paradiesischer Harmonie. In einem Punkt sind sich die Vorsitzenden der fünf Fraktionen allerdings einig: Sie sind unglücklich über den Führungsstil von Bürgermeister Harald Eiberger. Ein Beitrag im Amtsblatt, in dem der Verwaltungschef die Gemeinderäte teils konkret, teils mit nebulösen Anschuldigungen heftig kritisiert, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Im Gespräch mit unserer Zeitung machen Klaus Kluge (SPD), Sascha Reich (UBL), Andreas Scheuermann (CDU), Ingo Weimer (Neue Liste) und Jürgen Claß (Grüne) aus ihrem Herzen keine Mördergrube und bringen auch zum Ausdruck, dass sie sich für die Bürgermeisterwahl 2021 starke Gegenkandidaten zu Harald Eiberger wünschen.
Entzündet hat sich der jüngste Konflikt an den Haushaltsberatungen. Hier hatte Eiberger dem Gremium ein Komplettpaket aller möglichen Maßnahmen vorgelegt, ohne sich, obwohl er mehrfach dazu aufgefordert wurde, zu äußern, welche Schwerpunkte die Verwaltung setzen möchte. Der Gemeinderat selbst stimmte dann mit dem Bürgermeister nicht überein, dass die Coronakrise nur halb so schlimm sei, und setzte bei vielen Punkten den Rotstift an beziehungsweise plädierte dafür, sinnvolle Investitionen, wie etwa für die Spielplätze in der Talaue und in Schützingen, nur in Teilen sofort anzugehen und weitere Ausbaustufen erst in den kommenden Jahren. Während der Haushaltsberatungen hatte Eiberger nicht für seine Position geworben, alle Investitionen sofort in Angriff zu nehmen, kritisiert jetzt aber den Gemeinderat für seine mangelnde Investitionsfreude und wirft ihm gleichzeitig Scheinheiligkeit vor. „In manchen Haushaltsreden hat man den Eindruck haben können, wie furchtbar schlecht die Haushaltslage beziehungsweise Finanzsituation der Gemeinde ist. Damit wurden die Streichanträge begründet. Hätten die Redner hier Recht, stellt sich die Frage, warum das Kürzungsvolumen nur 100000 bis 200000 Euro bei einem Haushaltsvolumen von über 30 Millionen Euro beträgt“, schreibt Eiberger wörtlich im Amtsblatt.
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