Feuer und Flamme für Gott
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Gedanken zu Pfingsten von Gabriele Goy, Pfarrerin der Paulus- und der Paul-Gerhardt-Gemeinde Mühlacker
Wenn ich meine Schüler am Gymnasium frage: „Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?“, dann herrscht oft allgemeine Ratlosigkeit. Und so ist es nicht nur in der Schule. Pfingsten ist für viele das kirchliche Fest, das am schwersten zu erfassen ist: Darstellungen von Gott Vater und von seinem Sohn Jesus Christus sind in der christlichen Bildsprache häufig – nur mit der dritten Person der göttlichen Dreieinigkeit, mit dem Heiligen Geist, tun sich Künstler schwer: Wie soll man den Heiligen Geist darstellen?
Pfarrerin Gabriele Goy.
Schon die frühen Christen haben mit Symbolen versucht, das Unsichtbare begreiflich zu machen. Ein pfingstliches Symbol ist die Taube. Eine sonnengelbe Taube strahlt zum Beispiel den Besuchern des Petersdoms in Rom entgegen. Der Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini schuf das imposante Glasfensterbild über dem Stuhl Petri als Symbol des Heiligen Geistes. Aus einem Bündel von Lichtstrahlen scheint die Taube auf den Betrachter zuzufliegen und macht auf diese Weise sichtbar: Die göttliche Kraft kommt zu den Menschen, so wie sie in der biblischen Pfingstgeschichte 50 Tage nach Ostern die Jünger Jesu erreichte. Als erste Christen sollten sie die Welt verändern. „Sie alle wurden erfüllt von dem Heiligen Geist“, heißt es in den biblischen Berichten. Auf manchen Kanzeldeckeln unserer evangelischen Kirchen im Kirchenbezirk oder in der Mitte der Apsis in den älteren Kirchen ist sie auch zu entdecken. Sie will uns sagen: Wenn wir Gottes Wort hören und darüber sprechen, wenn wir es umsetzen, dann wird es lebendig. Gottes Liebe will gelebt werden.
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