„Fette Jahre sind vorübergehend vorbei“
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Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, blickt auf 2019 zurück und nach vorn
„Das Jahr 2019 war ein besonderes Jahr“. Diese Bilanz hat am Mittwoch Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, in einem Pressegespräch gezogen. Außergewöhnlich war die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen, die zuerst sanken und dann stiegen.
Das Balkendiagramm der Agentur für Arbeit zeigt in Prozent die Veränderungen bei den Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vorjahr – mit einer Trendwende zum Negativen ab dem zweiten Quartal 2019.
Pforzheim/Enzkreis. Nach einem „guten Start“ mit mehr Beschäftigten in der Region Nordschwarzwald als in der Vergangenheit verkehrte sich der positive Trend ab dem zweiten Quartal ins Gegenteil. Grund war die schwächelnde Konjunktur. Insgesamt seien, so Agenturchefin Martina Lehmann, 2019 im Nordschwarzwald rund 2000 Arbeitnehmer von Insolvenzen betroffen gewesen – viermal so viel wie 2018. Ernüchternd: Im Jahresdurchschnitt 2019 waren 10849 Menschen arbeitslos gemeldet, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Enzkreis waren 2603 Menschen ohne Stelle (plus 2,6 Prozent), in Pforzheim 3756 (minus 0,2 Prozent). Erstmals seit 2013 lag die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt wieder über dem Vorjahreswert. Dass Martina Lehmann dennoch nicht von einer dramatischen Lage sprechen möchte, liegt an einem anderen, erfreulicheren statistischen Wert: Nur einmal in den vergangenen 25 Jahren, nämlich 2018, sei die Arbeitslosigkeit am Jahresende geringer gewesen. Und: Der Bestand gemeldeter Arbeitsstellen lag im Durchschnitt 2019 mit 5004 weiter auf einem hohen Niveau. Was die Chefin ebenfalls freut, ist der Umstand, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim um 12,3 Prozent auf knapp 2560 sank. Die Zahl der erwerbslosen Schwerbehinderten ging immerhin um ein Prozent auf 763 zurück – positive Entwicklungen, die unter anderem der Kooperation mit den Jobcentern zu verdanken seien. Gerade junge Leute brauche die Gesellschaft, um über ausreichend Fachkräfte zu verfügen. Um dem auf diesem Gebiet herrschenden Mangel entgegenzuwirken, arbeite die Agentur nicht nur mit Jobcentern, sondern auch mit Schulen und Jugendämtern zusammen, so Lehmann.
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