Festival-Zuschuss: Rolle rückwärts?

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Maulbronner Rat entscheidet heute

Maulbronn. Bürgermeister Andreas Felchle macht ernst: Seiner öffentlichen Ankündigung, die Erhöhung des Zuschusses zu den Maulbronner Klosterkonzerten zurückzunehmen, lässt er jetzt Taten folgen. Der Rathauschef will dem Gemeinderat heute Abend mit Blick auf die Unterstützung des Festivals eine Rolle rückwärts vorschlagen. Es geht darum, die Ende Juni beschlossenen zusätzlichen 25000 Euro doch nicht zur Verfügung zu stellen. Das geht aus den Sitzungsunterlagen hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Hintergrund für den Vorstoß von Felchle ist der Streit um die künftige Organisationsstruktur des Festivals (wir berichteten).

Auch wenn die Stadtspitze bei der Finanzierung der Klosterkonzerte jetzt eine Kehrtwende vollzieht, muss dies keine endgültige Entscheidung sein, wie der Bürgermeister durchblicken lässt. „Die Klosterkonzerte sind und bleiben wichtig für Maulbronn. Über den Umfang städtischer Unterstützung in finanzieller, personeller und organisatorischer Hinsicht wird die künftige Qualität und Quantität des Festivals entscheiden“, so der Bürgermeister, der die Verantwortlichen der evangelischen Kirche am Zug sieht: „Es ist die Evangelische Seminarstiftung als Trägerin der Klosterkonzerte, welche der Stadt, dem Enzkreis und allen anderen Förderern in Bälde wird vermitteln müssen, wie sie Qualität, Umfang und professionelle Organisation des Festivals gewährleisten will.“ Die Verwaltung will im Haushaltsplanentwurf für 2014 die bis 2013 gewährten Mittel vorsehen. „Ob und wann sie in welcher Höhe fließen, sollte der Gemeinderat von belastbaren Aus- beziehungsweise Zusagen der Seminarstiftung abhängig machen.“ Der von der Stadt im Sommer beschlossene Zuschuss werde in der Saison 2014 ohnehin nicht mehr gebraucht, argumentiert Felchle. Die Konzertreihe werde im nächsten Jahr „niemals“ das Niveau der vergangenen Spielzeiten vor dem Übergangsjahr 2013 erreichen, deshalb verursache das Festival weniger Kosten und brauche folglich auch weniger Geld. Hinzu komme, dass alle Förderer, also auch die Stadt Maulbronn, den Nachweis kirchlicher Mitfinanzierung einfordern sollten, bevor über Zuwendungen verhandelt werden könne. Felchle erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass es sich beim städtischen Zuschuss immerhin um Steuergelder handle.

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