Fest der Erwartung

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Weihnachten: Gedanken von Diakon Michael Gutekunst

Unter dem Christbaum lag es. Das Geschenk. Mit meinem Namen. In der richtigen Größe, um alle Hoffnungen auf die Ritterburg zu nähren, die ich mir so bei Eltern, Großeltern, Paten gewünscht hatte. Bei der Bescherung hatten wir die Bescherung: keine Burg, sondern ein Bildschirm, der an eine brotkastenähnliche Box angeschlossen werden sollte mit vielen Knöpfen und Tasten. Dazu ein Kassettenrekorder ohne Lautsprecher. Das sollte es sein? An diesem Heiligen Abend war ich still und enttäuscht.

Fest der Erwartung

Michael Gutekunst.

Das sollte es sein? Die Tür halb zerfallen, kein Türsteher, keine Medien, keine Märsche und Fahnen. Das sollte das Ziel sein? Ihre besten Kleider trugen sie, aufgespart auf der langen Reise. Frisch gebadet, die kostbaren Geschenke in der Hand. Da sollte es sein – der Höhepunkt ihrer Reise? Ein Stall? Hatten sie sich in der Tür geirrt? Dafür der ganze Aufwand? Weite Wege hatten sie zurückgelegt, ihr ganzes Wissen, ihren Ruf für diese Sache eingesetzt. Gegenseitig hatten sie einander Mut gemacht auf den wüsten Pfaden, die hinter ihnen lagen. Die Hoffnung auf diesen Augenblick hat sie nicht aufgeben lassen, in schillernden Farben hatten sie einander vor Augen gemalt, wie es sein könnte, wenn sie ihn sehen.

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