Fein austarierte Charakterstudie
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Überzeugende Aufführung von „The King’s Speech“ im Mühlehof
Mühlacker. Da steht er am Mikrofon, der Königsspross, und soll eine Rede halten. Die Augen flackern, angespannt die Gesichtszüge, nervös tippeln die Füße. Er ringt um jedes Wort, stotternd, sich verhaspelnd, bricht ab, geht wie ein geprügelter Hund davon. So präsentiert sich Prinz Albert, der zweite Sohn des englischen Königs Georg V., zu Beginn seines Auftritts den rund 350 Zuschauern im Mühlehof. Am Ende einer bejubelten Theateraufführung hält derselbe Mann eine zu Herzen gehende, stotterfreie Rede an die Nation.
Götz Otto als Albert (li.), Daniela Kiefer als seine Frau Elizabeth und Steffen Wink als Sprachtherapeut Lionel Logue. Foto: Filitz
Die erste Rede haben Lionel Logue, von Beruf Schauspieler und Sprachtherapeut, und seine Frau Myrtle gehört. In Logues Praxis erscheint wenig später eine Frau Johnson, ganz Lady, und macht einen Termin für ihren Mann Mr. Johnson aus. Der entpuppt sich als auf Etikette bedachter Royal und ist höchst konsterniert, als der Therapeut auf einen Umgang auf Augenhöhe besteht. „Zwei Schritte Abstand bitte“, verlangt Albert, der sich sehr schwertut, sich auf die unkonventionellen Behandlungsmethoden einzulassen. Er soll vorlesen, mit Ohrklappen, damit er sich selbst nicht hört, den Text nimmt Lionel auf Schallplatte auf. Albert füllt sich gedemütigt, er kann doch nicht fließend lesen. Wutanfälle packen ihn, er bricht die Behandlung ab. Zu Hause hört er die Platte ab und hört sich flüssig sprechen. Er kehrt zurück und entschuldigt sich für sein Verhalten. Albert beginnt, Vertrauen zu fassen und Selbstvertrauen zu entwickeln.
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