Fass-Explosion wird aufgearbeitet
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Suez Süd schaltet wegen des Vorfalls im Zwischenlager für gefährlichen Abfall das Regierungspräsidium Karlsruhe ein
Nach der Fass-Explosion beim Entsorgungsspezialisten Suez Süd in Knittlingen will das Unternehmen den Vorfall zusammen mit der zuständigen Genehmigungsbehörde untersuchen.
Erst knallt es auf dem Suez-Gelände in Knittlingen, dann greifen die Sicherheitsvorkehrungen. Die Brandmeldeanlage alarmiert die Feuerwehr, die in fünf Minuten vor Ort ist.Foto: Fotomoment
Knittlingen. Oliver Grimm, Geschäftsführer der Suez Süd GmbH, teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) als zuständige Genehmigungsbehörde in der Sache bereits eingeschaltet worden sei. Der Firmenchef betont, dass er vor allem sehr froh darüber sei, dass alle Schutzmaßnahmen gegriffen hätten und durch den Vorfall kein Mitarbeiter gefährdet worden sei. Am Suez-Standort in Knittlingen wird nach Angaben Grimms in einem Sonderabfall-Zwischenlager gefährlicher Müll aus Industriebetrieben und von Bauunternehmen durch geschulte Fachkräfte geprüft, nachsortiert und behandelt. Später kommt der Abfall aus dem Zwischenlager in die Müllverbrennungsanlage oder wird anderweitig entsorgt. Manche Stoffe aus Knittlingen werden aber auch einer Wiederverwertung zugeführt. Vorfälle wie die Fass-Explosion vom Dienstag lassen sich wohl niemals ganz verhindern, sind laut Grimm jedoch selten. „Der letzte Vorfall, an den ich mich erinnern kann, liegt etwa zehn Jahre zurück. Damals ist es in der Anlage auch zu einer chemischen Reaktion in einem Fass gekommen“, sagt der Geschäftsführer. Weil der Umgang mit gefährlichen Abfällen sensibel ist, hat Suez nach Angaben Grimms kräftig in Schutzmaßnahmen am Knittlinger Standort investiert. „Wir haben für die gefährlichen Abfälle spezielle Lageranlagen gebaut – mit entsprechenden Schutzeinrichtungen für die Mitarbeiter und die Umwelt.“ Der Geschäftsführer spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag. Die Fass-Explosion vom Dienstag habe gezeigt, dass alle Abläufe, die zum Schutz erdacht worden seien, gut funktioniert hätten. Nachdem der Behälter, der ein Abfallgemisch aus Strahlmittel und Schmutz enthalten habe, explodiert sei, habe sich eine Staubwolke gebildet, die die Brandmeldeanlage über zwei Rauchmelder aktiviert habe. „Die Sicherheitsmaßnahmen haben ihren Zweck erfüllt“, sagt Grimm. Der durch die Explosion entstandene Sachschaden sei gering. Es habe sich lediglich ein Regalträger verformt. Jetzt werde zusammen mit dem RP untersucht, wie es zu dem Vorfall im Zwischenlager kommen konnte. Fest steht laut Grimm bis jetzt nur, dass es aufgrund einer chemischen Reaktion zur Explosion des Fasses gekommen sei. „Es hat sich ein Druck aufgebaut, und irgendwann hat der Deckel des Behälters diesem Druck nicht mehr standgehalten“, sagt Grimm. Bei Suez Süd in Knittlingen arbeiten insgesamt rund 200 Beschäftigte, von ihnen werden 15 in der Sonderabfallanlage eingesetzt.
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