„Facebook-Scherz“ beschäftigt Gericht
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Maulbronn. Am 17. März hatte der Wiernsheimer im Online-Netzwerk Facebook zum „Schuldeneintreiben“ mit Hilfe von Messern, Schlagstöcken und Schlagringen bei einem ebenfalls 30-Jährigen in Mühlacker aufgerufen. Sieben Personen sagten via Facebook zu, sich an der Aktion zu beteiligen. „Das war nur ein blöder Scherz“, wehrte sich der Übeltäter. Und überhaupt: Das Opfer sei doch ein Kumpel, der selbst am Tag zuvor via Facebook zum „Massenkuscheln“ mit der Freundin des Angeklagten und einer Massenschlägerei vor dessen Wohnung aufgerufen hatte. Solche Einladungen würde kein Mensch Ernst nehmen, versuchte der Angeklagte den Vorfall zu bagatellisieren.
So einfach als „blöden Scherz“ wollte Richter Dr. Bernd Lindner den Fall nicht abhaken. „Facebook hat 645 Millionen Nutzer. Sie mussten damit rechnen, dass jemand ihren Eintrag liest und dann bewaffnet vor der Wohnung ihres Kumpels auftaucht und mit der angekündigten Gemeinschaftsaktion anfängt.“ Millionen würden in Facebook reinschauen – auch viele Spinner, hielt Lindner den Eintrag zumindest für „abstrakt gefährlich“.
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