Erinnerungen an ein bewegtes Leben

Archiv

Mühlacker-Enzberg (fi). Lydia Schlee, die in Enzberg an der Hartfeldstraße zuhause ist, feiert am Sonntag ihren 90. Geburtstag. Es war nicht unbedingt vorgezeichnet, dass sie ihren Lebensabend einmal im Schwabenländle verbringen würde. Das Licht der Welt erblickte Lydia Schlee, geborene Philipp, am 14. April 1923 in der litauischen Stadt Kaunas. „Ich besuchte das deutsche Gymnasium“ berichtet sie, „aber das Abitur konnte ich nicht mehr machen, denn 1940 besetzten die Russen die Stadt und wir wurden nach Ostpreußen umgesiedelt.“ 1941 marschierte die deutsche Armee in Kaunas ein. Die Familie kehrte zunächst nach Litauen zurück. Im Umsiedlungskommando war ein gewisser Jost Schlee eingesetzt: „Am 3. Januar 1943 haben wir geheiratet.“

Lydia Schlee.

Lydia Schlee.

Genauso präsent ist ihr der 17. März 1945. Die Deutschen wurden wieder ausgesiedelt, endgültig diesmal. „Wir fanden Aufnahme in Netschkau, der Heimatstadt von Jost“, erzählt Lydia Schlee. 1957 gelang es ihrem Mann, nach Pforzheim auszureisen, wo Verwandte lebten. Zurück blieben die Frau und die zwei Kinder, Sohn Steffen, sechs Jahre, und die zweijährige Tochter Elke. „Für uns war der Nachzug nicht einfach, 1958 schafften wir die Ausreise mit falschen Papieren über Berlin“, erinnert sich Lydia Schlee.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen