Engagement wird im Rat kritisch hinterfragt
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Europaweiter Schulterschluss: Maulbronn will sich mit anderen Orten vernetzen, in denen die Zisterzienser Spuren hinterlassen haben
Maulbronn. Die Stadt Maulbronn wird sich am staatenübergreifenden Kooperationsprojekt „Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe“ beteiligen. Das hat der Gemeinderat am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Gegen eine Beteiligung der Stadt stimmte Mechthild Lechler von der Liste Mensch und Umwelt (LMU). Karl Velte (Bürgerliche Wählervereinigung) und Felix Förster (LMU) enthielten sich. Der Landkreis Bamberg war im Spätsommer des vergangenen Jahres mit dem Vorschlag auf die Stadt Maulbronn zugekommen, sich an dem Projekt zu beteiligen, bei dem die Kulturlandschaft im Fokus steht, die die Zisterzienser einst in vielen Ländern Europas schufen. Bei dem europäischen Projekt geht es um die Aufwertung dieser besonderen Kulturlandschaften und deren Vernetzung. Die Initiatoren streben eine Bewerbung für das Europäische Kulturerbe-Siegel an. Das Projekt könne nur stattfinden, wenn die Kommune als juristischer Träger fungiere, erklärte der Maulbronner Bürgermeister Andreas Felchle.
Stadträtin Lechler hakte in der Sache, die die Stadt in diesem und im nächsten Jahr zunächst 5750 Euro kosten soll, kritisch nach. „Ich frage mich, wie wir das als Stadt hinkriegen? Wir wissen doch, dass die Verwaltung schon jetzt viel Arbeit hat.“ Lechler zitierte aus den vielfältigen Anforderungen, die sich durch eine Projektbeteiligung ergeben. Sie hakte nach, wer sich bei der Verwaltung darum kümmern könne – schließlich stünden auch regelmäßige Projektsitzungen an. Felchle kündigte an: „Das wird meins, da wird der Bürgermeister zum Sachbearbeiter.“ Sein Engagement werde sich aber im Wesentlichen auf sechs bis acht Wochen Arbeit in der Projektgruppe beschränken. Anschließend gehe er davon aus, dass sich der zeitliche Aufwand, etwa für Sitzungen, in engen Grenzen halten werde, zumal es Partner wie die Staatlichen Schlösser und Gärten sowie den Enzkreis gebe, die mit im Boot seien. Lechler ließ nicht locker: „Sind Sie noch der Bürgermeister von Maulbronn?“ In dieselbe Richtung zielte ein Einwurf Veltes, der das Projekt grundsätzlich gut findet, aber: „Geht das alles so nebenher als Bürgermeister?“ Der Rathauschef, der für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement, beispielsweise als Präsident des Württembergischen Landessportbunds, in Maulbronn immer wieder mal kritisch beäugt wird, blieb dabei: „Das geht nebenher. Dieses Projekt ist so machbar.“ Dr. Till Neugebauer (SPD) wollte wissen, welche Folgekosten das Projekt haben werde. Felchle sagte, dass dies noch nicht klar sei. „Das hängt davon ab, was man in der Projektgruppe erarbeitet.“ Klar sei bereits, dass es einen Zisterzienserweg geben solle, der entlang der am Projekt beteiligten Klosterlandschaften führen werde. „Dafür werden Kosten, etwa für eine Beschilderung, anfallen.“
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