Elternbeirat wehrt sich gegen Gebührenerhöhung

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Kinderbetreuung in Illingen wird teurer

Illingen. Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion hat der Illinger Gemeinderat beschlossen, die Kindergartengebühren entsprechend der Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände um 2,5 Prozent anzuheben. Im Vorfeld der Beratungen hatte sich der Gesamtelternbeirat dagegen ausgesprochen, im Bereich Kinderbetreuung an der Gebührenschraube zu drehen.

In einem Schreiben an Bürgermeister Harald Eiberger und den Gemeinderat räumte Peter Oelsner, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats, zwar ein, dass die Erhöhung auf den ersten Blick nachvollziehbar sei, wenn man die aktuellen Preissteigerungen bei den Personal- und Energiekosten berücksichtige, allerdings fehle vielen Familien das Verständnis für die Gebührenerhöhung, weil einige Einrichtungen immer noch nicht optimal liefen. Nach wie vor gebe es offene Punkte aus einer Mängelliste, die 2012 aufgestellt wurde, und aktuell kämen neue Punkte hinzu. Beispielhaft nennt Oelsner Personalengpässe und -rotationen in Schützingen, die zu einem häufigen Wechsel der Bezugspersonen führten. Außerdem gebe es immer noch mangelhafte Böden im Kindergarten Vierzehn Morgen, die vom Gesundheitsamt bereits 2010 beanstandet worden seien. „Die Liste wird derzeit mit den aktuellen Gegebenheiten aktualisiert“, so Oelsner. Nur wenn alle Punkte komplett behoben und alle Einrichtungen optimal laufen würden, sei eine Gebührenerhöhung wie in den vergangenen Jahren vermittelbar. Die Gemeinde Illingen biete in keinerlei Hinsicht die Infrastruktur an Kindertagesstätten, die diese Gebührenerhöhung rechtfertige. Außerdem empfehle der Elternbeirat, Verwaltung und Gemeinderat sollten sich Gedanken um die Familien mit schwächerem Einkommen machen. Die Frage sei, wie diese ihre Kinder auch in Zukunft in einen Kindergarten schicken könnten. SPD-Sprecher Klaus Kluge hätte eine Lösung: „Kinderbetreuung sollte eigentlich beitragsfrei sein.“ Das veranlasste Winfried Scheuermann (CDU) zur Feststellung, dass einige Länder die Kosten für die Kinderbetreuung übernehmen, so dass die Eltern keinen Euro bezahlen müssen. Baden-Württemberg gehöre aber nicht dazu. Derweil machte Grünen-Sprecher Peter Pförsich darauf aufmerksam, dass der Kostendeckungsgrad in der Kinderbetreuung gerade mal 17 Prozent betrage, und ergänzte: „Gute Arbeit darf durchaus etwas kosten.“ Generell habe er Verständnis dafür, wenn die Erzieher im aktuellen Tarifkonflikt mehr Geld forderten. „Wenn ein Porsche-Arbeiter am Band mehr verdient als jemand, der tagtäglich Kinder betreut, stimmt etwas nicht.“

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