Einst war Brückenzoll für Weg über Enz fällig

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Manfred Rapp und 30 Interessierte auf Spuren der Vergangenheit

Mühlacker. Wenn Stadtführer Manfred Rapp für seine Führungen festes Schuhwerk, dazu noch Kondition, erwartet, ist jeder Interessent gut beraten, sich an diese Empfehlungen zu halten. Nach dem Motto „Ausgetretene Pfade kann jeder gehen, und gerade das Querbeetlaufen bringt doch reizvolle Überraschungen“ marschiert Rapp mit über 30 Teilnehmern in Dürrmenz morgens aus dem Ort hinaus auf einem Hohlweg in Richtung Niefern, am Gewann Stadtwald Mettersten geht es scharf rechts ab über einen rutschigen steilen Serpentinenweg hinunter ins Enztal mit Stopp beim Herzogstein, dann an der Enz entlang ein Stückchen Wegs zurück, links über die Fußgängerbrücke ins Enzberger Industriegebiet, am Kanal vorbei an der Villa Rustica, bei der EnBW ein Schwenk nach links, hinauf zur Überquerung der B10, am Steinbruch Fegert wieder steil hinauf über die Bubensteige in den Stöckachwald, dort über Stock und Stein in Richtung Landstraße Mühlacker-Ötisheim, diese überquert und durch Erlenbach über Schönenberger Gemarkung zur einstündigen Pause in die Araneus-Naturschule. Nach einer Stärkung werden die Eppinger Linien mit dem Ziel Heidenwäldle in Angriff genommen, durchs Bannholz und Eckenweiher dann in Richtung B10 zu den Illinger Höhen, über den Wallfahrtsweg, den alten Vaihinger Weg, heute Kelterstraße, in Richtung Stadtmitte Mühlacker bis zum Rathaus. Ab da machen sich einige auf den Heimweg.

Manfred Rapp (re.) nimmt Interessierte mit auf historische Exkursion. Foto: Filitz

Manfred Rapp (re.) nimmt Interessierte mit auf historische Exkursion. Foto: Filitz

Die Übriggebliebenen marschieren immer noch weiter und kommen am Abend wieder am Startpunkt an. Satte 18 Kilometer liegen hinter ihnen, die Stimmung ist bestens. Was bleibt nun von dieser, zugegebenermaßen etwas strapaziösen Führung über Stock und Stein? Rapp ist es wieder gelungen, reiches Wissen zu vermitteln über oft nicht wahrgenommene Zeugnisse einer wechselvollen Geschichte der Region um Mühlacker. Warum verschwinden plötzlich die markanten Abtstäbe von den Grenzsteinen, die über Jahrhunderte das Gebiet als zum Kloster Maulbronn gehörig auswiesen, und sind plötzlich mit einem laienhaft aussehenden Hirschgeweih übermeißelt? Sind die Bodenerhebungen im Stöckachwald tatsächlich Keltengräber? „Dann könnte der schnurgerade Verlauf des nahen kleinen Grenzgrabens zwischen Ötisheim und Dürrmenz vielleicht die frühere Fernstraße in Richtung Stein gewesen sein“, so eine These des Stadtführers, „denn die Kelten haben ihre Grabhügel immer neben Straßen errichtet.“

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