Eine absurde Realität

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Harold Pinters „Der stumme Diener“ feiert Premiere im Podium des Theaters Pforzheim

Fast sechs Jahrzehnte alt ist das Zwei-Personen-Stück, das in einer Neuinszenierung von Caroline Stolz, in der Ausstattung von Jan Hendrik Neidert und Lorena Diaz Stephens, als erste Premiere der neuen Spielzeit im Podium des Theaters Pforzheim vorgestellt wurde und das Publikum amüsierte.

Eine absurde Realität

Überzeugende Darsteller, gelungene Inszenierung: Harold Pinters „Der stumme Diener“. Foto: privat

Pforzheim. 1959 war die Uraufführung in den Städtischen Bühnen Frankfurt. „Der stumme Diener“ heißt das Stück von Harold Pinter in der deutschen Übersetzung von Willy H. Thiem. Die englischsprachige Erstaufführung von „The Dumbwaiter“ fand erst ein knappes Jahr später im Hampstead Theatre in London statt. Ivan Nagel meinte einmal über den 1930 geborenen und 2008 gestorbenen Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 2005: „Er ist der Realist unter den Absurden“, und er begründete das so: „Er wendet Becketts und Ionescos Handlungs-, Situations- und Dialogtechniken auf unsere gewohnte Umgebung an.“ Georg Hensel schrieb einmal, Pinter „scheint auf den ersten Blick naturalistischer als die Naturalisten“, fügte aber auch hinzu: „Wer sich bei Pinter auskennt, weiß, dass man sich bei Pinter nicht auskennt.“ Das gilt auch für das Zwei-Personen-Stück „Der stumme Diener“, bei dem man sich zuweilen fragt, was das Ganze soll, und dessen Inhalt sich einem auch nur allmählich erschließt, wenn man genau auf scheinbar nur nebensächliche Bemerkungen achtet.

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