Eine Idee zieht weite Kreise
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Die Konzertreihe im Maulbronner Paradies mit dem jungen Sänger Nils Wanderer hat einen erfolgreichen Abschluss gefunden.
Maulbronn. Im Paradies, dem Vorhof zur Maulbronner Klosterkirche, ist jetzt nach insgesamt zwölf Auftritten die Konzertserie zu Ende gegangen, die der junge Countertenor Nils Wanderer initiiert hatte, um die Corona-bedingte Stille im Kloster zu unterbrechen. Er lieferte damit eindrucksvoll den Beweis: „Musik überwindet alle Grenzen und lässt sich auch von Corona nicht mundtot machen.“
Gewiss, es gab Einschränkungen, vorgegeben von Reglements und Verordnungen. Doch die einzuhalten, verlangten von den Zuhörern keine Kraftanstrengungen, sondern nur die Einsicht in Notwendiges. Und wer wollte verhindern, dass sich Herz und Sinne öffneten, über alle Schranken hinweg, wenn die begnadete Stimme des Sängers tiefberührende Arien von Bach, Händel, Vivaldi, „ Stabat mater“ von Pergolesi, und anderer Barockkomponisten zu Gehör brachte? Mitunter ließ Wanderer die Musikfreunde trotz des warmen Sonnenwetters auch erschauern, etwa als die Zuhörer hautnah miterlebten, wie in Purcells „King Arthur“ im Eise erfriert, wiedergegeben im „Cold Song“. Doch das Repertoire des Sängers reicht Musikepochen weiter, wie der Sprung in die Romantik oder „Neuzeit“ bewies. Lieder aus der „Winterreise“ oder „Schäfers Klagelied“ von Schubert erklangen und Werke des englischen Komponisten Roger Quilter mit Songs aus einer Shakespeare-Vertonung. Oder „Die Nacht“ von Richard Strauß. Jeder Vortrag war tief bewegend, durch lebhafte Mimik und Gestik einfühlsam und überzeugend von Wanderer interpretiert.
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