Eine Frau, ein Brief

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Theater führt „Die Bürgermeisterin von Lampedusa“ auf

Pforzheim (ro). Es ist ein Brief, der die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, im Jahr 2013 bekanntgemacht hat. Der schriftliche Hilfeschrei an die Adresse der europäischen Flüchtlingspolitik, den ihr Mund stellvertretend für die vielen vor ihrer Küste durch Ertrinken verstummten Münder der Flüchtlinge geschrien hat. Der Brief könnte seitdem immer noch und an einem anderen Ort der Welt geschrieben werden. Und deshalb passt das Stück „Die Bürgermeisterin von Lampedusa“ des Neuenbürgers Dietrich Wagner auch so gut in die Pforzheimer „Woche der Brüderlichkeit“.

Heidrun Schweda wird sich nun nach exakt einem Jahr Pause wieder dem Text zuwenden. Während die erste Aufführung mit drei kochenden und diskutierenden Schauspielerinnen über die Bühne ging, hat Heidrun Schweda aber auch schon einmal als Solistin in diesem Stück gewirkt. Es ist ja auch auf eine Person ausgelegt – in der Person der Bürgermeisterin münden alle Fragen, alle Zweifel, alle Widersprüche. „Für mich war es wichtig, mich mit dem Autor zu unterhalten, seine Beweggründe zu erfahren“, sagt Hannes Hametner. Das färbt auf die Inszenierung ab. Dennoch kann man nicht sagen, dass über die erneute Aufführung am Montag, 12. März, ab 19 Uhr im Saal der Jüdischen Gemeinde an der Emilienstraße eine Blaupause gelegt werden kann. Auftrittsort, Publikum, eigenes Empfinden: Das ist jedes Mal anders. Eines bleibt: „Da Heidrun Schweda alleine auftritt, ist das Publikum ihr Partner“, sagt er. Wie dieses Publikum die Aufführung aufnimmt, das wiederum wird sich im Spiel von Heidrun Schweda spiegeln. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion.

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