Ein endloser Kampf gegen den Verfall
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Die Fassade wahren, Problemzonen früh erkennen und dann handeln: ein wenig hinterspritzen, aber keinesfalls zu stark bleachen. Darum geht es im Kloster Maulbronn. Stippvisite auf einer Dauerbaustelle, die nie fertig wird und Millionen verschlingt.
Maulbronn. Bei Schönheitsoperationen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Am besten ist es, wenn der Eingriff hinterher gar nicht groß auffällt. Alles soll natürlich wirken. Schnell kann etwas schief gehen. Das macht Holger Probst bei einem Rundgang durchs Kloster deutlich, das nach seiner Gründung 1147 immerhin schon 873 Jahre auf dem Buckel hat. Der Abteilungsleiter des Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg ist mit einem Team von Fachleuten für den Erhalt der ehemaligen Zisterzienserabtei zuständig.
Wasser, Salze und Taubenkot: Bei einer Führung durch das Kloster Maulbronn erklären Experten der Bauverwaltung, mit welchen Gegnern sie es zu tun haben. Fotos: Disselhoff
Denkmalgerechte Restaurierung ist eine Wissenschaft für sich. In den 1970er Jahren wurde im Speisesaal der Herrenmönche eine Fixierung an der kunstvoll verzierten Decke aufgebracht. „Damals hat man mit viel Chemie gearbeitet“, berichtet Probst. „Wenn man die Decke heute mit dem falschen Alkohol reinigt, wird sie weiß. Die Malereien würden verschwinden. Das nennt man Bleaching.“ Bevor die Restauratoren also ihr Handwerk beginnen, sind viele Voruntersuchungen nötig.
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