Ein Wahnsinniger unter anderen

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Zimmertheater Tübingen zeigt den Mühlhäuser Mordbrenner Ernst Wagner als Kind seiner Zeit

Das Drama, das auf der Bühne in Szene gesetzt wird, es hat sich wirklich zugetragen. Vor der eigenen Haustür. Vor 100 Jahren wütete im Mühlhäuser Enztal der „Mordbrenner“ Ernst August Wagner. Ein Wahnsinniger zwar, aber auch, wie das Zimmertheater Tübingen eindrucksvoll zeigt, ein Produkt seiner Zeit.

100 Jahre Distanz – der Amoklauf von Mühlhausen: Das Ensemble des Zimmertheaters Tübingen (v. li.) Robert Arnold, Johannes Karl, Agnes Decker und Endre Holéczy lässt im Mühlacker Mühlehof die Ereignisse des Jahres 1913 und darüber hinaus noch einmal aufleben. Dabei setzt die Inszenierung von Axel Krauße ausschließlich auf die Aussagekraft historischer Texte.

100 Jahre Distanz – der Amoklauf von Mühlhausen: Das Ensemble des Zimmertheaters Tübingen (v. li.) Robert Arnold, Johannes Karl, Agnes Decker und Endre Holéczy lässt im Mühlacker Mühlehof die Ereignisse des Jahres 1913 und darüber hinaus noch einmal aufleben. Dabei setzt die Inszenierung von Axel Krauße ausschließlich auf die Aussagekraft historischer Texte. Foto: Fotomoment

Mühlacker. Es ist kein Theaterabend wie jeder andere, das gilt für das Publikum ebenso wie für das Ensemble. Es sei zu spüren, dass die Aufführung in Mühlacker besondere Emotionen hervorrufe, sagt in der anschließenden Diskussion der Darsteller Robert Arnold, und der Grund liegt auf der Hand: Geschätzt die Hälfte der 200 Menschen im Saal stammt aus Mühlhausen. Der Urgroßvater sei damals von Wagner erschossen worden, beantwortet eine Zuschauerin die Frage nach den „besonderen Emotionen“. Ihr Großvater sei noch viel später an einer Kugel, die er seit der September-Nacht 1913 im Körper getragen habe, gestorben, erzählt eine andere.

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