Ein Monolog, der tief berührt
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Der bekannte Schauspieler Walter Sittler schlüpft im Mühlehof in die Rolle des jungen Erich Kästner
Mühlacker. Theaterabend im Mühlehof: Geboten wird ein Stück, unter dem viele Zuschauer sich zunächst einmal nichts vorstellen konnten. Walter Sittler, immerhin ein bekannter Schauspieler, hält einen Monolog über Erich Kästners Jugendjahre. Sonst keine Schauspielkollegen auf der Bühne, begleitet wird er nur von sechs Musikern mit Saxophon, Violine, Trompete, Kontrabass, Schlagzeug und Harmonium, die sich aber als wichtiger lautmalender Teil der Aufführung erweisen. Bühnenbild? Eigentlich keines. Ein Kleiderständer, wo Sittler nach und nach Hut, Mantel und Jackett ablegt, ein paar Stühle, eine lange Bank eher im Hintergrund, wo die Musiker am rechten und linken Ende Platz finden, die Mitte ist für den Hauptakteur reserviert. Licht? Fast keines. Der Bühnenhintergrund schwarz, Beleuchtung gerade noch ausreichend, um die Noten lesen zu können. Meistens nur ein Lichtkegel, auf Sittler gerichtet, in dessen Schein er sich sparsam bewegt, ohne Pathos, mit kleinen Gesten, die umso eindrucksvoller wirken.
Walter Sittler. Foto: Filitz
Ein erwachsener Mann schlüpft in die Rolle eines Kindes. Kann das überzeugend gespielt werden? Sittler hat nicht gespielt – er war das Kind Erich Kästner, das von seinen Eltern erzählt, von der überbordenden Liebe seiner Mutter zu ihm, um deren Leben er noch bangen wird. Er nimmt die Zuhörer mit in die Sattlerwerkstatt seines Vaters und schildert, wie sorgfältig der das Leder verarbeitet. Nur das beste natürlich. Die finanziellen Sorgen, die nicht ausbleiben, empfindet das Kind als belastend, tut doch seine Mutter alles, um ihm den Berufswunsch Lehrer zu erfüllen.
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