Eigenproduktion feiert Premiere im Kulturhaus

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Von bedingungsloser Liebe zu vernichtendem Zorn

Pforzheim (pm). An diesem Samstag, 14. April, um 20.30 Uhr können die Besucher im Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim die Premiere der Eigenproduktion „Medea – Tragödie von Euripides“ erleben.

Zum Inhalt: Die Königstochter Medea wird von ihrem Mann Jason verstoßen und rächt sich grausam. Euripides gestaltet 431 vor Christus die Geschichte der Zerstörung einer Familie und den Umschlag von bedingungsloser Liebe in blindwütige Destruktivität. In einer von Männern bestimmten Welt ist Medea in jeder Hinsicht „die Fremde“. Zwischen ihrer gefühlsdominierten Sicht und der rationalen Argumentation Jasons klaffen Welten, die nicht zu vereinbaren sind. Medea: die „wilde Frau“, die „böse Mutter“, die „fremde Andere“, die „gewalttätige Rächerin“. Offenbar übt die zutiefst ambivalente Figur unter den antiken Mythen eine besondere Anziehung aus. Sie ist heilkundige Zauberin und zugleich todbringende Giftmischerin, leidenschaftlich Liebende und Mehrfachmörderin aus Liebe und enttäuschter Liebe. Zahlreiche Aspekte in der Geschichte der Grenzen überschreitenden und Grenzen sprengenden Medea – der Übergang von alten zu neuen (Familien-)Ordnungen, Migration und Fremdheit, Alter, Mütterlichkeit, Religion, Erotik und sexuelle Untreue, Macht und Verrat rühren an Grundvoraussetzungen der westlichen Zivilisation und bieten auch heute noch Projektionsflächen und Diskussionsmöglichkeiten von enormer Aktualität.

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